„Das muss man auch einmal zusammenbringen“, gab sich Stephanie Brunner im Zielraum selbstironisch, ja süffisant: „Ich habe in meiner Olympia-Karriere kein einziges Mal das Ziel gesehen und doch eine Medaille geholt.“ Klingt kurios, stimmt aber.
Es kam so: Der Olympische Riesentorlauf verkam zum Malheur. Stephanie Brunner, im ersten Durchgang 20., leistete sich im zweiten Lauf recht früh einen Lapsus und schied aus. Es war das letzte Olympia-Rennen ihrer Karriere. „Sehr schlecht“ falle ihre persönliche Bilanz im Zeichen der fünf Ringe aus, sagte sie im ORF-Interview im Zielraum, merklich geknickt. „In keinem meiner Olympiarennen habe ich die Ziellinie überquert.“ Nach 2018 und 2022 waren die Spiele in Cortina die dritten in der Karriere der Tirolerin. Insgesamt vier Olympische Rennen bestritt sie in diesen drei Spielen – ins Ziel kam sie tatsächlich kein einziges Mal.
ORF-Interviewer Rainer Pariasek ging‘s in der Nachfrage dezent psychologisch an. Ob denn wenigstens die Silbermedaille im Teambewerb helfe, wollte er wissen. Diese hatte Brunner tatsächlich 2018 in Pyeongchang erobert. „Ja, ohne gestartet zu sein“, ergänzte Brunner wahrheits- und pflichtbewusst: „Ich war Ersatzfahrerin.“ Ihre Schlussfolgerung mutet freilich genial an: „Ich habe bei keinem Rennen das Ziel gesehen und trotzdem eine Medaille gewonnen – das muss man auch einmal zusammenbringen.“
Stimmt.
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.