Historische Situationen wiederholen sich nicht 1:1. Aber es gibt Parallelen. Trump stellt Selenskyj vor die Wahl: Frieden, selbst unter Verlusten, oder Unterstützung weg. Ähnliche Situationen gab es in Zeiten, als Österreich Großmacht war, die Bedingungen stellte. Die Balkanstaaten hatten 1913 die türkischen Gebiete in Südosteuropa erobert – Bulgarien und Serbien stritten sich um die Beute.
„Zar“ Ferdinand von Coburg-Gotha-Koháry, aufgewachsen im Wiener Palais Coburg, fragte in Wien an, ob er mit Österreich-Ungarn rechnen könne, wenn es zum Krieg mit Serbien käme. Außenminister Graf Berchtold hätte Bulgarien unterstützt. Aber Österreich war mit Rumänien verbündet, und das war eifersüchtig auf Bulgarien. Berchtold erklärte Ferdinand, die Österreicher könnten ihn nur unterstützen, wenn er Rumänien durch Gebietsabtretungen zufriedenstelle.
Ferdinand blieb stur: Er ließ die Serben angreifen, ohne sich mit Rumänien zu einigen. Österreich sah sich nicht imstande einzugreifen – noch dazu, wo Thronfolger Franz Ferdinand ein Intimfeind „Zar“ Ferdinands war. Das Ergebnis: Die Rumänen und die Türken nutzten die Gelegenheit, den Bulgaren in den Rücken zu fallen. Sie wurden geschlagen – Österreich-Ungarn stand 1914 ohne Verbündete auf dem Balkan da.
Was wäre, wenn Ferdinand nicht so starrköpfig gewesen wäre oder Österreich-Ungarn ihn doch unterstützt hätte? Der Weltkrieg, ein Jahr früher – oder eine andere Situation?
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