An der Küste des Jemen passiert gerade etwas Folgenschweres: Bewaffnete Gruppen entscheiden darüber, wie sicher der weltweite Handel und die Energieversorgung bleiben. Dass die Huthi-Miliz die strategische Meerenge Bab al-Mandab unter ihre Kontrolle gebracht hat, ist kein Zufall. Wir erleben dort die schlimmste Gewalt seit dem Waffenstillstand von 2022. Die Angriffe treffen nicht nur Saudi-Arabien, sondern drohen den Bürgerkrieg neu zu entfachen und den weltweiten Ölmarkt nach der Blockade der Straße von Hormus komplett abzuschnüren.
Manche nennen die Huthis spöttisch eine „Sandalen-Miliz“. Das ist eine gefährliche Täuschung. Die einst isolierte Bewegung aus dem Norden des Jemen hat sich längst zu einer schlagkräftigen Streitmacht entwickelt. Zwar versteht sich die Bewegung nicht als bloße Marionette Teherans. Doch aufgerüstet mit iranischer Präzisionstechnik, Drohnen und Raketen nutzt die Miliz die Küstenregion als geopolitischen Hebel. Auch Trump hat im Iran-Krieg Bombardierungen des Jemen einstellen lassen. Wegen Aussichtslosigkeit.
Die Folgen treffen nicht nur westliche Märkte. In afrikanischen Ländern wie Somalia oder Äthiopien leiden schon jetzt Millionen Menschen unter Dürren und Verarmung. Sie sind auf die Versorgung über den Seeweg angewiesen. Der militärische Machtkampf am Nadelöhr treibt unseren Nachbarkontinent direkt in eine Hungerkatastrophe.
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