Schon wieder hat das Handy in Darias Schultasche geläutet. Dabei waren Handys an meiner damaligen Mittelschule verboten. So wurde es mit dem Elternverein beschlossen und in der Hausordnung festgehalten.
Ziemlich genervt forderte ich ihr Mitteilungsheft ein. Daria hat zu schluchzen begonnen. Ihrer Mama gehe es schlecht, deshalb ruft sie öfters an. Da die Mutter nicht Deutsch konnte, habe ich dem Mädchen erlaubt, sie selbst zurückzurufen. Der Grund diesmal: Daria sollte den kleinen Bruder von der Volksschule abholen. Das konnte ich nicht gestatten, schließlich dauerte unser Unterricht noch zwei weitere Stunden.
Weshalb ich mich an dieses Erlebnis erinnere? Es soll ein Handyverbot an allen österreichischen Volks- und Mittelschulen geben. Gut so. Vielleicht aber geht es vielmehr um Ge- als Verbote. Neben dem Handyverbot möchte die neue schwarz-rot-pinke Bundesregierung offenbar auch Eltern mehr in die Pflicht nehmen. Das finde noch besser.
Väter und Mütter sind nicht nur für den Handykonsum ihrer Kinder verantwortlich. Sie müssen vor allem darauf achten, dass sich Jugendliche auf die Schule konzentrieren können und nicht „Ersatzeltern“ spielen müssen.
Verantwortung einzufordern wird wahrscheinlich schwieriger als das Verbannen von Handys. Unmöglich ist es nicht. Abgesehen von Erziehungsberatungen geht das am besten übers Geld. Und zwar jenes, das bei Vernachlässigung gekürzt werden sollte.
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