Bei Katastrophen

Drohnenschwarm baut im Ernstfall “fliegendes WLAN”

Wissen
25.07.2013 10:01
Forscher der Polytechnischen Hochschule im schweizerischen Lausanne haben einen Schwarm von Flugdrohnen entwickelt, der entlegene Gebiete mit WLAN versorgen kann und beispielsweise im Katastrophenfall, wenn die konventionelle Kommunikation nicht mehr möglich ist, zum Einsatz kommen soll. Angedacht ist, Rettungsteams mit den Geräten zu versorgen und ihnen so die Abstimmung ihrer Aktionen zu erleichtern.

Wie die Technikzeitschrift "Technology Review" in ihrer aktuellen Ausgabe berichtet, navigieren die "SMAV"-Flugdrohnen des Schweizer Forschers Dario Floreano autonom, können also nach dem Start ohne menschliches Zutun agieren. 

Die kleinen Fluggeräte tragen nebst Steuerungseinheit, Akku und Motor jeweils ein WLAN-Modul mit sich herum, wodurch eine Gruppe von zehn oder mehr SMAV-Drohnen ein Ad-Hoc-WLAN aufbauen kann, das sich zur Kommunikation nutzen lässt.

Rettungsteams sollen SMAV-Drohnen testen
Wie man die Roboter – ihre Funktionsweise wird im Video oben demonstriert – am besten einsetzen kann, wird derzeit erforscht. Bis Jänner sollen die unbemannten Flieger mit Hilfskräften und Rettungshunden auf Tour gehen und etwa beim Aufspüren vermisster Personen helfen. 

Dabei seien die Rettungshunde mit einem Lautsprecher-Halsband ausgestattet, das mit dem Drohnen-WLAN verbunden wird und über das Befehle des Hundeführers aus der Entfernung beim Vierbeiner eintreffen, schreibt das Magazin.

Unternehmen hat Interesse an Drohnenschwarm
Die Schwarmdrohnen aus der Schweiz sind begehrt. Dem Magazin zufolge interessiert sich bereits ein erstes Unternehmen für die WLAN-Flieger. SenseFly, ein Drohnenhersteller, dessen Fluggeräte unter anderem 2012 nach dem Hurrikane Sandy auf Haiti verwüstete Gebiete kartographierten, will die Schwarmtechnologie auf den Markt bringen.

Bis die Roboter tatsächlich Marktreife erlangen, dürfte es aber noch etwas dauern. Während Navigation und Orientierung der kleinen Flieger – sie landen sogar autonom nacheinander am gleichen Ort – schon recht ausgereift erscheinen, hält sich ihre Flugzeit wegen der aktuellen Akkutechnologie noch in Grenzen. Eine halbe Stunde kann so ein SMAV-Flieger in der Luft bleiben – dann muss er ans Netz.

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