Es geht um Millionen

Die Schuldscheine und die Frage nach der Schuld

Steiermark Newsletter
12.02.2025 10:30

Die im Zuge des Rücktritts des Ramsauer Ortschefs neuerlich aufgepoppte Schuldschein-Causa lässt einen ziemlichen schalen Beigeschmack zurück. Offenbar wurde über Jahre hinweg freihändig und nach Gutdünken (Steuer-) Geld vergeben – es geht um zumindest 65 Millionen Euro. 

„Keine Sorge, das heißt zwar Schuldschein, aber du schuldest mir nix – das ist ein reiner Durchlaufposten.“ Als nicht Anwesender kann man nur mutmaßen, wie das damals abgelaufen ist – wie über die Wohnbauabteilung des Landes millionenschwere Schuldscheine munter ausgestellt worden sind und wie die diesbezügliche Überzeugungsarbeit abgelaufen ist. Sicher, allein der Name „Schuldschein“ könnte landläufig schon implizieren, dass es sich eben um eine Schuld handelt, die man letzten Endes auch zurückzahlen muss. Doch als Normalbürger fehlt einem vielleicht einfach auch die Finesse der hohen Politik und Beamtenschaft.

Wie die äußerst wertgeschätzte Kollegin Barbara Winkler in der Mittwochs-„Krone“ aufdeckte, ist die wahre Dimension dieser Causa noch gar nicht bekannt. Insgesamt soll es um etwa 65 Millionen Euro gehen, Steuergeld wohlgemerkt – und ein Betrag, den die klammen Landeskassen in Zeiten wie diesen dringend gebrauchen könnten. Auch wie viele Gemeinden davon betroffen sind, ist unklar, um die 70 Kommunen sollen es offenbar sein. Dazu auch Institutionen und Vereine wie der Tierpark Herberstein oder der Fußballklub GAK. 

Steuerzahler haben Recht auf Aufklärung
Fügt man die Puzzleteile zusammen, gelangt man zur Erkenntnis, dass es sich um einen handfesten Skandal handelt, wie da offenbar nach Gutdünken Geld verteilt wurde. Bleibt nur zu hoffen, dass die angekündigte neue Zeitrechnung in der steirischen Politlandschaft auch wirklich Einzug hält und diese Causa nun lückenlos aufgeklärt wird. Wir Steuerzahler haben ein Recht darauf.

Einen schönen und möglichst skandalfreien Mittwoch!

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