17.06.2013 13:42 |

Lage angespannt

Hochwasser: Deutschland kommt nicht zur Ruhe

Trotz fallender Pegelstände bleibt die Lage in vielen Orten im Hochwassergebiet in Deutschland angespannt. Um den Deichbruch bei Fischbeck so gut wie möglich abzudichten, versenkte die Bundeswehr am Montag Betonröhren, wie der Krisenstab mitteilte. Es solle so wenig Wasser wie möglich durch die Stelle fließen. Drei am Wochenende versenkte Lastkähne dichten den gebrochenen Deich bereits ab - am ursprünglich rund 90 Meter langen Deichbruch fließe nur noch auf sieben bis zehn Metern Breite Wasser durch, hieß es. Noch immer sind etwa 145 Quadratkilometer im Elbe-Havel-Winkel überflutet.

Der Bahnverkehr ist nach wie vor behindert. Zwar gab die Deutsche Bahn nach dem Hochwasser eine Regionalbahnstrecke in Sachsen-Anhalt wieder frei, Fernverkehrslinien und damit ICE-Züge zwischen Berlin und Hannover werden jedoch weiterhin umgeleitet. Reisende müssen Verspätungen in Kauf nehmen.

Katastrophenalarm bleibt teilweise aufrecht
Trotz sinkender Pegelstände bleibt der Katastrophenalarm am schleswig-holsteinischen Abschnitt der Elbe vorerst bestehen. Viele Keller stehen in Lauenburg noch unter Wasser, weshalb der Strom abgeschaltet bleibt. Zurückgekehrte Bewohner müssen sich über Nachbarn oder Baustrom-Trafos mit Elektrizität versorgen.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde der Katastrophenalarm dagegen am Montagmittag aufgehoben. Die Wasserstände würden weiter um knapp einen Zentimeter pro Stunde sinken, sagte der Sprecher des Landkreises Ludwigslust-Parchim. Nach mehr als zwei Wochen besteht auch in Sachsen keine Hochwasserwarnung mehr. Auch an den Pegeln Schöna und Riesa fiel der Wasserstand in der Nacht zum Monatg unter den Richtwert der niedrigsten Alarmstufe. In Dresden lag der Wert am Vormittag mit 3,74 Metern noch fast doppelt so hoch wie der Normalstand von knapp zwei Metern. Lokale Regenfälle und gesättigte Böden behinderten einen schnellen Abfluss. Die Hitze könne aber bei der Verdunstung helfen, hieß es.

Elbe bleibt für Schiffsverkehr noch gesperrt
Bevor die Elbe wieder für den Schiffsverkehr freigegeben wird, muss der Fluss vermessen und aufgeräumt werden. An einigen Stellen seien mit den Überflutungen Fremdkörper ins Wasser geraten, teilte das Wasser- und Schifffahrtsamt Magdeburg mit. Zudem habe sich der Grund des Flusses teilweise verändert, Schifffahrtszeichen seien weggetrieben worden. Mittels dreier Peilschiffe wollen die Experten nun ein Bild von der Sohle des Elbebetts erhalten. Die Schiffe spüren Fremdkörper und veränderte Sandbänke auf.

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