Die rechtspopulistische und russlandfreundliche Alternative für Deutschland bezeichnet im Entwurf ihres Parteiprogramms für die kommende Bundestagswahl die NATO als mittelfristig „zentrales Element“ der deutschen Sicherheitsstrategie – zumindest bis zum „Aufbau eines unabhängigen und handlungsfähigen europäischen Militärbündnisses“. Diese Formulierung ist Parteichef Tino Chrupalla offenbar viel zu weich. Denn er stellt die deutsche NATO-Mitgliedschaft grundsätzlich infrage.
In einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ beklagt Chrupalla: „Bislang ist Europa gezwungen, die Interessen Amerikas umzusetzen, das lehnen wir ab.“ Wenn die NATO nicht sicherstellen könne, dass auch die Interessen aller europäischen Bündnismitglieder berücksichtigt werden, müsse sich Deutschland überlegen, „inwieweit dieses Bündnis für uns noch nutzbringend ist“, so der rechtspopulistische Politiker.
Mit einer weiteren Aussage lässt Chrupalla ebenfalls aufhorchen. Seiner Ansicht nach, hat Russland den Ukraine-Krieg bereits gewonnen. „Die Realität hat diejenigen eingeholt, die angeben, die Ukraine befähigen zu wollen, den Krieg zu gewinnen.“ Der „russische Sieg“ müsse nun endlich auch durch die Bundesregierung in Berlin anerkannt werden, fordert der 49-Jährige.
„Die anderen Parteien sollten sich uns anpassen“
Bundesweit liegt die AfD aktuell zwischen 18 und 19 Prozent an zweiter Stelle hinter der Union mit 32 bis 33 Prozent. Nach dem Ampel-Aus ist für den 23. Februar eine vorgezogene Neuwahl des Bundestags geplant. Doch eine Regierungsbeteiligung ist weit und breit nicht in Sicht, denn sämtliche Parlamentsparteien weigern sich, eine Koalition mit der Partei von Alice Weidel und Chrupalla einzugehen. Man werde sich dennoch im Ton mäßigen, unterstreicht der Vorsitzende im Interview und fordert: „Die anderen Parteien sollten sich uns anpassen, nicht andersherum.“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.