Die sechste Elefantenrunde im Fernsehen ist geschlagen. Im „Steirerkrone“-Newsroom in Graz trafen gestern die Spitzenkandidaten ein letztes Mal aufeinander. Teilweise waren sie schon abgekämpft und wirkten froh, dass am Sonntag nichts mehr geht. Rienne va plus! Wie wirkten die sechs „Elefanten“ auf mich? Eine Blitz-Analyse.
Ungewohnt war‘s schon: Der „Steirerkrone“-Newsroom verwandelte sich gestern in ein TV-Studio. Dort, wo sonst die steirischen Nachrichtendrähte in Print und online zusammenlaufen, surrten die Fernsehkameras und leuchteten die Scheinwerfer. „Krone“-Chefredakteur Klaus Herrmann und Puls-24-Infochefin Corinna Milborn luden zum letzten Schlagabtausch vor der Wahl. Verlierer gab es keinen – aber einen Gewinner. Die Analyse:
Christopher Drexler: Der Landeshauptmann wahrt die Contenance, auch wenn er hart attackiert wird – etwa, weil die Steiermark Schlusslicht bei der Kinderbetreuung ist. Er gibt den besonnenen, sachlichen Regierungschef, der um Harmonie bemüht ist – emotional wird er nur beim Ausbau der A 9 im Süden von Graz. Ansonsten scheint Drexler im Wahlkampffinale bereits abgekämpft.
Anton Lang: Wenn Lang auf „seinen“ Fußballklub SV Hinterberg – den er 28 Jahre als Obmann führte – zu sprechen kommt, spürt man die Leidenschaft. Dieser Esprit fehlt dem 65-Jährigen in weiten Strecken der Debatte. Ruhe und Gelassenheit sind die Markenzeichen des steirischen Vize-Landeshauptmanns – auf manche wirkt er aber einfach nur müde.
Mario Kunasek: Man kann vom Obmann der Freiheitlichen halten, was man will – in der Elefantenrunde von „Krone“ und PULS 24 ist er aber der klare Sieger. Routiniert und schlagfertig bringt der ehemalige Verteidigungsminister seine Leib-und-Magen-Themen Asyl und Kampf für die Autofahrer durch, ohne auf viel Widerstand von seinen Kontrahenten zu stoßen.
Sandra Krautwaschl: Die Spitzenkandidatin der Grünen brennt für Klimaschutz und Ausbau des öffentlichen Verkehrs – das macht sie authentisch. Sie ist keine Frau der Angriffe und sucht den Konsens. Das Scheitern der türkis-grünen Bundesregierung und die befürchtete Verbannung der Autofahrer aus der Landeshauptstadt Graz bringen sie allerdings in die Defensive.
Claudia Klimt-Weithaler: Die Obersteirerin ist das freundliche Gesicht der KPÖ, die weder „Das Kapital“ von Karl Marx ganz gelesen hat noch kommunistische Gräueltaten unter den Tisch kehren will. Dass mit ihr nach der Wahl niemand koalieren möchte, lächelt sie einfach weg. Ihr Nein zu einer dritten Autobahnspur im Süden von Graz könnte ihr aber schaden.
Niko Swatek: Der Jungspund in der Runde ist die Überraschung des Abends: Eloquent und frech, aber immer mit Niveau legt sich der pinke Spitzenkandidat mit Politikern an, die seine Väter sein könnten. Sein Eintreten für eine bessere Kinderbetreuung bringt ihm Sympathiepunkte ein, nur in der Integrationsfrage vergaloppiert sich Swatek etwas.
Heute läutet übrigens die FPÖ ihr Wahlkampffinale ein, wenn Herbert Kickl nach Graz kommt. Im Gegensatz zu anderen Bundesparteichefs (Karl Nehammer und Andreas Babler) ist der Blauen-Chef in der Steiermark willkommen.
Kommen Sie gut durch diesen Donnerstag!
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