„Krone“-Protokoll

Köln-„Tatort“: Mordfall im Rotlichtmilieu

TV
24.11.2024 16:00

Das Kölner „Tatort“-Ermittlerduo muss im neuen Fall „Siebte Etage“ (ORF 2, 20.15 Uhr) tief im Sexgewerbe recherchieren. Hinter einer scheinbar dichten und in sich geschlossenen Fassade tun sich aber immer tiefere Gräben auf.

Für die etablierten „Tatort“-Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) geht es dieses Mal in die zwielichtigen Winkel des Kölner Rotlichtmilieus. In ihrem bereits 91. Fall werden die etablierten Publikumslieblinge zu einem Erotik-Center gerufen, wo der Haustechniker Malik Zeman (Mehdi Salim) aus dem Fenster stürzte. Schnell wird klar, dass die Lösung des Falls auf der siebten Etage zu finden ist. Dort stand nicht nur das Fenster offen, aus dem er stürzte, sondern es gibt einen eigenen Mikrokosmos aus Zimmern, die von jungen Frauen angemietet werden, einem Friseursalon und einem Nagelstudio.

Bei den Ermittlungen wird schnell klar, dass sich hinter der familiären Fassade unter den Damen Risse gebildet haben und die Zahl der Mordverdächtigen nicht so leicht einzugrenzen ist. Als auch noch Nageldesignern Chiara Passlak (Rapperin Sabrina Setlur) tot aufgefunden wird, durchdringen die beiden Kommissare zunehmend das Dickicht des Schweigens.

Was haben Cosima Adam (Senita Huskić) und Geschäftsführer Gerald Kneissler (André Eisermann).
Was haben Cosima Adam (Senita Huskić) und Geschäftsführer Gerald Kneissler (André Eisermann).(Bild: WDR/Martin Valentin Menke)

In „Siebte Etage“ lässt sich eines der beliebtesten „Tatort“-Teams nicht so leicht hinters Licht führen. Regisseur Hüseyin Tabak inszeniert das brisante Thema Sexarbeit und Prostitution sehr bedächtig und versucht (zumeist erfolgreich) gängige Klischee-Fallen zu vermeiden. Neben dem Wiedersehen mit der erfolgreichen 90-Jahre Musikerin Setlur begeistern vor allem Antonia Bill als vom Leben desillusionierte Sexarbeiterin Jasmin Backes und Senita Huskić als ihre Kollegin Cosima Adam.

Der Film gibt nicht nur Einblicke in den harschen Alltag eines moralisch verschrienen Dienstleistungsgewerbes, sondern versucht dem Zuseher durch eine direkte Sprache auch die tragischen Begleitumstände der Frauen zu vermitteln, die schlussendlich im Sexarbeiterinnen-Gewerbe landen. Für viel Humor ist dieses Mal wenig Raum – was dem neuen Fall aber auch gut zu Gesicht steht.

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