Die Europäische Kommission verdächtigt den US-Spezialglas-Hersteller Corning der möglichen Wettbewerbsverzerrung. Die Brüsseler Behörde leitete eine förmliche Untersuchung gegen den wichtigen Handyzulieferer ein, um zu prüfen, ob Corning seine marktbeherrschende Stellung auf dem weltweiten Markt für eine spezielle Glasart missbraucht haben könnte, wie aus einer Mitteilung hervorgeht.
Dabei geht es um Glas, das hauptsächlich zum Schutz der Bildschirme von etwa Smartphones, Smartwatches oder Tablets verwendet wird. Corning ist weltweit tätig und produziert das besonders bruchfeste Glas, das unter anderem unter der Marke Gorilla-Glas vertrieben wird.
Die Kommission hat demnach Bedenken, dass Corning den Wettbewerb verfälscht haben könnte, indem das Unternehmen Exklusivlieferverträge mit Handyherstellern und mit Firmen, die Rohglas verarbeiten, geschlossen habe, hieß es. Corning soll etwa Unternehmen, die vereinbarte sogenannte Beschaffungsverpflichtungen eingehalten haben, Rabatte gewährt haben.
Eingeschränkte Auswahl, höhere Preise
„Die Kommission befürchtet, dass die Vereinbarungen, die Corning mit Handyherstellen und Rohglasverarbeitern getroffen hat, konkurrierende Glashersteller von großen Marktsegmenten ausgeschlossen haben könnte, wodurch die Auswahl für die Kunden eingeschränkt, die Preise erhöht und die Innovation zum Nachteil der Verbraucher weltweit gehemmt wurde.“
Sollte sich das untersuchte Verhalten bestätigen, könnte es gegen die EU-Wettbewerbsregeln verstoßen. Die Kommission werde nun vorrangig ihre eingehende Untersuchung durchführen, teilte sie mit.
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