Bis zu 15.000 Euro

Flucht nach Europa wird für Migranten immer teurer

Burgenland
03.11.2024 16:00
Porträt von Karl Grammer
Porträt von Christian Schulter
Von Karl Grammer und Christian Schulter

Je schwieriger, umso teurer: Weil das Risiko, erwischt zu werden, steigt, hebt die Schleppermafia die Preise für illegale Migration extrem an. Schleuser kassieren jetzt von jedem Einwanderer bis zu 15.000 Euro. Drei Täter wurden auf einer Raststation der A3 im Burgenland verhaftet.

Alarm geschlagen hatte ein aufmerksamer Ortsbewohner, als er zu Mittag in der Nähe von Mattersburg per Zufall beobachtet hatte, „wie etliche Fremde hektisch aus einem Klein-Bus gesprungen sind und sich verschreckt aus dem Staub gemacht haben“.

Fahndung mit Erfolg
Sofort hatte der Zeuge seine verdächtigen Wahrnehmungen der Polizei gemeldet. Eine Fahndung wurde eingeleitet. Es dauerte nicht lange, bis die Beamten bei ihrem Spezialeinsatz nicht nur den gesuchten „Klein-Bus“, sondern auch noch den Wagen eines Komplizen auf der Raststation in Hornstein aufspüren und als Schleppertransporter entlarven konnten.

Mehr als 20 Migranten
Für die beiden Chauffeure und ihren Begleiter klickten die Handschellen. Sie hatten in ihren beiden Fahrzeugen mehr als 20 Flüchtlinge über Ungarn nach Österreich gebracht. Bei den Migranten dürfte es sich vorwiegend um Männer aus Syrien gehandelt haben.

Das Trio ist in Haft. Wie sich im Laufe der Nachforschungen herausstellte, sollen die Schlepper horrende Summen von den Flüchtlingen kassiert haben. Der Weg über das Burgenland in den Westen Europas gilt längst als „Luxusroute“ im Business der Schleusermafia.

„Luxusroute“ kostet mehr
Preise für die Flucht in die EU steigen extrem an. Afghanen, Syrer, Marokkaner und Migranten aus anderen Staaten müssen für die organisierte Flucht noch tiefer in die Tasche greifen als früher. „Die Route ist für sie jetzt um Tausende Euro teurer, weil das Risiko, erwischt zu werden, enorm gestiegen ist. Und kein Einwanderer will in Ungarn um Asyl ansuchen“, wissen Kenner der Migrationsszene.

Je nach Entfernung müssen Flüchtlinge mittlerweile 7000 bis 15.000 Euro hinblättern. „Damit hat sich der Profit des kriminellen Netzwerkes innerhalb von nur einem Jahr mehr als verdoppelt“, sagt ein Insider.

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