24.03.2013 14:15 |

Es ist möglich!

Klein, Kombi, Platz UND schön: Renault Clio Grandtour

Kleinwagen als Kombis – das ist eigentlich nichts für empfindliche Augen. Doch dank Renault bleibt das verlängerte A-Segment nicht länger designfreie Zone. Der neue Clio Grandtour, der ganz frisch beim Händler steht, sieht geradezu herzerfrischend aus und steckt trotzdem durchaus was weg.

Bei Renault bemüht man sogar die Bezeichnung Shooting Brake, die wir etwa vom Mini Clubman kennen, und will den Clio von "Handwerker-Lastwagen" abgrenzen. Tatsächlich wird man dem schicken Franzosen mit seinen knalligen Farben den harten Arbeitsalltag eines z.B. Malers nicht gern zumuten, obwohl er wohl auch da eine gute Figur machen würde.

Gegenüber dem Fünftürer hat Renault den Grandtour bei unverändertem Radstand hinten um gut 20 Zentimeter gestreckt. Das kommt nicht nur dem Kofferraum zugute, sondern hilft auch den Hinterbänklern: Weil die Dachlinie später abfällt, genießen sie einen bequemeren Einstieg und ein wenig mehr Kopffreiheit, wobei man hinten nicht größer als 1,80 m sein sollte. Hinter der großen Klappe lassen sich 443 Liter verräumen, wenn die Rückbanklehnen stehen, 1.380 Liter sind es, wenn man Reihe zwei flachgelegt hat (das sind rund 100 Liter mehr als im Vorgänger, 116 mehr als im Seat Ibiza ST und 105 weniger als im Skoda Fabia Combi). 85 Liter davon sind ein verstecktes Fach unter dem Kofferraumboden. Und für die Fahrt zum Baumarkt oder zum Schweden lässt sich der Beifahrersitz umklappen, was Tür und Tor öffnet für knapp 2,50 m langes Ladegut.

Im Innenraum geht es bunt zu. Poppig bunte Stoffe, nette Zierblenden mit viel Chrom oder Klavierlack und vor allem die Mittelkonsole, die wie ein riesiges iPad wirkt und einen 7-Zoll-Bildschirm integriert hat, beweisen, dass Lifestyle-Laster nicht nur etwas für die gehobene Mittelklasse sind. Und das Multi-Media-Center sieht nicht nur aus wie ein Tablet-Computer, sondern bietet auf Wunsch sogar ähnliche Funktionen. Nicht umsonst hat Renault neben Navigation und Bordcomputer bereits über 50 Apps vom Nachrichtendienst bis zu Horoskopen programmiert, teilweise sind sie kostenpflichtig, teilweise kann man sie aber kostenlos ins Auto laden und per Touchscreen oder Sprachsteuerung bedienen. R-Link heißt das System mit Verbindung ins Internet. Grundfunktionen wie ein Mailprogramm oder ein Spritpreisassistent mit Tankstellensuche sind gratis. Sparen lässt sich mit einem Eco-Trainer, der den Lenker in puncto Fahrstil coacht.

Unter der Haube geht es wie beim Fünftürer sparsam zu, einerseits beim Verbrauch, andererseits in der Auswahl. Einstiegsmotor ist ein Vierzylinder-Benziner mit 75 PS und einem Normverbrauch von 5,5 l/100 km. Einen Liter sparsamer ist der 90 PS leistende 0,9-Liter-Dreizylinder-Turbo. Richtig knickrig geht es beim 1,5-Liter großen Diesel zu, der ebenfalls 75 oder 90 PS leistet, dabei aber nur 3,6 bzw. 3,4 Liter schluckt – oder sogar nur 3,2 Liter, denn den stärkeren Selbstzünder gibt es in der Supersparversion "Energy dCi 83g". Start-Stopp-System ist bei den 90-PS-Motoren Serie, bei den schwächeren nicht zu bekommen. Stärkere Motoren gibt es im Moment nicht, aber erste Testfahrten mit dem 90-PS-Diesel zeigten, dass man damit absolut flott unterwegs ist. Schon knapp über Leerlaufdrehzahl macht der Motor schon keine Mucken, auch wenn das maximale Drehmoment von 240 Nm erst bei 1.750/min. im Datenblatt steht. 11,6 Sekunden stehen da für den 100er-Sprint, maximal sind 178 km/h drin (83g-Version 12,0 und 180).

Man fühlt sich wie im Sportwagen
Das Fahrwerk ist durchaus knackig, aber auch komfortabel, also keineswegs schaukelig, sondern gut abgestimmt. Und der Diesel hält sich akustisch artig zurück. Wer mehr Motorsound will, der kann ihn sich optional über die Boxen des Soundsystems zuspielen lassen. Über das Display lassen sich sechs Fahrzeuge vom Oldtimer bis zum Renn-Clio abrufen, schon kann man sich wie auf der Rennstrecke fühlen. Der Soundgenerator arbeitet mit der aktuellen Motordrehzahl und klingt relativ echt. Leider ist das nicht draußen zu hören, und auch die Motorleistung wird natürlich nicht beeinflusst.

Der Kombi-Aufschlag beträgt 550 Euro, damit beginnt der Einstieg in den Renault Clio Grandtour bei 13.350 Euro, da sind schon Dinge dabei wie schlüsselloses Starten, elektrische Fensterheber, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Servolenkung, höhenverstellbarer Fahrersitz, LED-Tagfahrlicht und Tempomat mit Limiter, aber noch keine Klimaanlage, und fürs Radio ist nur die Verkabelung drin. Wer das R-Link samt Motorsoundsimulation haben will, der muss zur Topausstattung mit 90 PS greifen, die mindestens 17.250 Euro kostet, und noch knapp 600 Euro drauflegen. Dann gibt's aber was auf die Ohren, dass kein Auge trocken bleibt.

Warum?

  • Der einzige A-Segment-Kombi, der wirklich nach was ausschaut
  • Nicht nur schön, sondern auch praktisch

Warum nicht?

  • Bedienung ausschließlich über Touchscreen
  • Geringe Motorenauswahl

Oder vielleicht …

… Seat Ibiza ST, Skoda Fabia Combi

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