"Politische Gründe"

Iran verärgert über “Argo”-Oscar und Michelle Obama

Ausland
25.02.2013 14:51
Der Iran hat verärgert auf die Vergabe des Oscars an "Argo" für den besten Film sowie einen diesbezüglichen Auftritt der First Lady der USA reagiert. Iranische Medien vermeldeten am Montag, die "politische Dimension" des Preises sei "besonders deutlich" geworden, indem Michelle Obama live aus dem Weißen Haus zugeschaltet wurde und den Oscar für Ben Afflecks Polit-Thriller verkündete.

Laut dem Staatsfernsehen stelle sich die Frage, warum dies ausgerechnet dann geschehe, "wenn ein anti-iranischer Film ausgezeichnet wird". Die Nachrichtenagentur Fars kritisierte zudem die silberfarbene Glitzerrobe der First Lady, die im Iran mit seinen strengen Kleidervorschriften für Frauen verboten wäre.

"Argo" beruht auf wahren Begebenheiten und erzählt von der spektakulären Befreiung von US-Geiseln durch den US-Auslandsgeheimdienst CIA 1980 im Iran. Bei der Oscar-Verleihung räumte Afflecks Film insgesamt drei Preise ab (siehe Infobox).

Regime in Teheran plant nun "Gegenfilm"
Teheran hatte schon zuvor den Verdacht geäußert, die sieben Oscar-Nominierungen für "Argo" hätten "politische Gründe". Kultusminister Mohammed Hosseini hatte gesagt, das Werk habe die Preise weder technisch noch künstlerisch verdient. Außerdem plane der Iran einen "Gegenfilm" zu "Argo". Darin sollen die Ereignisse vor 33 Jahren, als sechs Geiseln in Teheran mithilfe von CIA-Agenten und Hollywood-Produzenten aus dem Land geschmuggelt werden konnten, aus iranischer Sicht erzählt werden.

Jimmy Carter, der zur Zeit der Geiselnahme Präsident der USA war, hatte sich vor Kurzem in einem CNN-Interview zum Film geäußert. Das Werk sei ein "tolles Drama", gebe die historischen Geschehnisse allerdings nicht akkurat wieder, sagte der 88-Jährige. Die CIA habe in dem diplomatischen Ringen um die Geiselfreilassung eine wesentlich kleinere Rolle gespielt, als in "Argo" gezeigt werde. Die erfolgreiche Aktion sei vielmehr vor allem eine kanadische Leistung gewesen.

First Lady hob "Argo" nicht extra hervor
Michelle Obama ging bei der Verkündung des Gewinnerfilms nicht näher auf "Argo" ein. Stattdessen lobte sie alle neun nominierten Werke, da diese "uns in die Vergangenheit und um die ganze Welt geführt" hätten. "Sie ließen uns lachen, weinen und unsere Armlehnen ein wenig fester packen", sagte sie während der Übertragung vom Weißen Haus ins Dolby Theatre in Hollywood.

Die Filme hätten die Menschen daran erinnert, dass sie jedes Hindernis beseitigen könnten, wenn sie hart genug kämpften und an sich selbst glaubten. "Diese Lektionen betreffen uns alle, egal wer wir sind oder wie wir aussehen oder woher wir kommen oder wen wir lieben, aber sie sind besonders wichtig für unsere Kinder", sagte Obama. "Unsere Kinder lernen jeden Tag durch die Beschäftigung mit der Kunst, ihre Fantasie zu öffnen, ein bisschen mehr zu erträumen und jeden Tag danach zu streben, diese Träume zu erreichen."

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Ausland
25.02.2013 14:51
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung