Hunderte Iberia-Mitarbeiter strömten am Montag in den Terminal 4 des Madrider Flughafens Barajas, etwa 2.000 demonstrierten vor den Toren des Airports. Sie schwenkten spanische Fahnen und Banner mit der Aufschrift "Briten, geht heim". Die kriselnde Iberia war 2011 mit der profitablen British Airways zur International Airlines Group fusioniert. Viele Streikende machen britische Manager für den Sparkurs der Airline verantwortlich. Es sollen 3.800 Arbeitsplätze gestrichen werden.
Bis Freitag sind massive Protestmaßnahmen geplant. Insgesamt sollen diese Woche etwa 1.200 Flüge betroffen sein. Am ersten Streiktag wurden bereits mehr als 400 abgesagt. Auch beim Betrieb des bestreikten Flughafens kommt es zu Einschränkungen, da die Gepäckabfertiger von Iberia auch für andere Fluggesellschaften arbeiten.
Sorge um Tourismus-Einkünfte
Nach dem fünftägigen Streik sind im März zwei weitere Streikwochen geplant. Dem krisengeschüttelten Land drohen dadurch schmerzhafte Einbußen im Tourismus. "Jeder hat seine Probleme. Aber sie sollten nicht diejenigen belästigen, die Geld ins Land bringen. Das ist auch Geschäft", sagte ein französischer Tourist.
Verkehrsministerin Ana Pastor warnte vor einem großen Schaden für die Wirtschaft des Landes, das von einer tiefen Rezession und Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau geplagt ist. Sie forderte das Management und die Gewerkschaften zur Einigung auf. "Wir können nicht zulassen, dass Spanien mehr als zehn Millionen Euro am Tag verliert, denn diese Art von Schlag trifft uns alle", sagte Pastor.
Der Tourismus macht rund elf Prozent der spanischen Wirtschaftsleistung aus und ist einer der wenigen Bereiche, die derzeit wachsen. Die aktuelle Streikwoche überschneidet sich mit Schulferien in Großbritannien und Frankreich, von wo die meisten Touristen nach Spanien kommen.
Bis zu 100 Millionen Verlust durch Streikserie
Experten rechnen damit, dass die insgesamt 15 Streiktage Iberia bis zu 100 Millionen Euro kosten könnten. Die Fluglinie machte in den ersten neun Monaten 2012 einen Verlust von 262 Millionen Euro.
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