Seit „Käpt’n Iglo“ sind die Stäbchen zwar in aller Munde, doch durch einmögliches Importverbot von Russenfisch könnten sie knapp werden ...
Generationen von Eltern kennen die kleinen panierten Stücke, weil sie für viele Kinder der einzige Fisch sind, den sie essen. Bereits seit 1959 begeistern die Iglo-Stäbchen des weißbärtigen Kapitäns auf dem Bug eines sturmumtosten Kutters (so zumindest die Werbebotschaft) kleine und große Fischschmecker.
Bis heute sind sie nicht mehr wegzudenken von den diversen Menükarten der heimischen Gasthäuser und Restaurants. Und man kann mit ruhigem Gewissen zugreifen: Denn die legendären Staberln, die uns das weite Meer und die Tiefen der Ozeane auf die Teller bringen, gelten als gesund. Erhalten sie doch wertvolle Nährstoffe wie Eiweiß, Jod und Omega-3-Fettsäuren.
Doch jetzt braut sich ein mächtiger Sturm über dem knusprig Panierten zusammen. Denn laut Insidern liegen im Herbst auf EU-Ebene neue Sanktionen gegen Russland auf dem Tisch bzw. in der Schublade Brüsseler Bürokraten.
Da bisherige Maßnahmen – bekanntlich wegen des Ukraine-Kriegs – nicht die durchschlagende Wirkung gebracht haben, ist nun der Alaska-Seelachs als mögliches Druckmittel ins Visier geraten, aus dessen Fleisch die typischen Fischstäbchen gemacht werden. Dieser aber wird zu 50 Prozent in den Gewässern des Reiches von Zar Putin gefangen. Wladimir soll damit auch bei Lebensmitteln, die bisher von den Strafmaßnahmen ausgenommen waren, wirtschaftlich bluten.
„Es gibt diese Überlegungen. Jedes Druckmittel muss aber genau auf seine Wirkung auch für heimische Konsumenten und wohlüberlegt geprüft werden. Grundsätzlich braucht es aber die Zustimmung aller 27 Mitgliedsstaaten“, bestätigt EU-Mandatar Günther Sidl (SPÖ) aus Ybbs an der Donau (NÖ), der um die vertraulichen Beratungen weiß.
Deutsche zittern schon
Bei unseren Nachbarn hat das Zittern um das Tiefkühlprodukt jedenfalls schon begonnen. Steffen Mayer, Geschäftsführer des Bundesverbandes der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels, warnt vor Verknappung und Verteuerung, auch durch die von Brüssel verordnete Unterbrechung der Lieferketten.
Es würden dann leere (Kühl-)Regale drohen, da der zentraleuropäische Markt – und somit auch Österreich – eben auf Seelachs aus dem Osten angewiesen sei. Die Krise droht also zu uns in die Alpenrepublik überzuschwappen.
Horrorvision der Herren über das fein Geschuppte: Die laufende Produktion würde der EU davonschwimmen und die Fischstäbchen eben aus asiatischen Sushi-Ländern importiert werden müssen.
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