Tränen im Gerichtssaal
Amanda Knox in Italien neuerlich verurteilt
Fast zehn Jahre nach ihrem Freispruch in einem spektakulären Mordprozess stand die US-Amerikanerin Amanda Knox in Italien wieder vor Gericht – diesmal freiwillig. Doch es lief nicht ganz wie erhofft, die 36-Jährige wurde wegen Verleumdung verurteilt und brach in Tränen aus.
Knox – auch bekannt als „Engel mit den Eisaugen“ – wurde 2015 vom Vorwurf des Mordes an der 21 Jahre alten Meredith Kercher komplett freigesprochen, ein anderes Urteil verfolgte sie jedoch bis heute: Die US-Amerikanerin hatte nach ihrer Festnahme zunächst einen mit ihr befreundeten, offensichtlich unschuldigen Barmann der Tat beschuldigt. Deshalb wurde sie wegen Verleumdung zu drei Jahren Haft verurteilt.
Dieser Richterspruch wurde 2019 vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg zwar gekippt, mit dem von ihr angestrengten neuen Prozess wollte Knox nun aber einen völligen Freispruch auch von den Verleumdungsvorwürfen erreichen. Das ist ihr nicht gelungen. Das Gericht in Florenz bestätigte in dem neu aufgerollten Verfahren die frühere Verurteilung zu einer dreijährigen Haftstrafe.
Knox brach in Tränen aus
„Amanda Knox ist kein Opfer, sondern eine Verleumderin“, sagte der Anwalt des Barmannes nach der neuen Verurteilung am Mittwoch. Die US-Amerikanerin dagegen, die mit ihrem Ehemann im Gerichtssaal anwesend war, brach in Tränen aus. „Ich hatte mit einer Verurteilung nicht gerechnet, ich bin sehr enttäuscht“, so Knox. Immerhin muss Knox – dank Anrechnung der U-Haft – aber nicht zurück ins Gefängnis.
Mitbewohnerin tot aufgefunden
Der Mord an der 21 Jahre alten Britin Meredith Kercher in der mittelitalienischen Stadt Perugia hatte 2007 rund um die Welt Schlagzeilen gemacht. Schnell geriet eine ihrer Mitbewohnerinnen, die ein Jahr jüngere Amerikanerin, unter Verdacht. Knox wurde zunächst zu einer langen Haftstrafe verurteilt und musste auch vier Jahren im Gefängnis verbringen.
Mord immer noch rätselhaft
Wer die junge Britin damals ermordete, ist bis heute nicht geklärt. Wegen Beihilfe zum Mord wurde ein damals 20-jähriger Mann verurteilt, dessen Fingerabdrücke am Tatort gefunden worden waren. Er ist inzwischen wieder auf freiem Fuß. Der Fall Amanda Knox war später Grundlage für mehrere Bücher und Filme und auch für eine Serie. Sie selbst lebt inzwischen wieder in den USA.









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