Feier in Deutschland
Merkel & Hollande: “Altes Paar” pflegt seine Freundschaft
Anders als die Begrüßung vor dem roten Teppich mit Küsschen erahnen ließ, waren sich die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Hollande in der Vergangenheit nicht immer einig. Nicht umsonst erinnerten beide daran, dass Freundschaft Pflege brauche. Dabei sieht Merkel die Jugend in der Verantwortung, die etwa im deutsch-französischen Jugendwerk die Beziehungen vertiefen könne. Laut Hollande könnten sich mögliche neue Projekte bei Forschung, Klimaschutz und Informationstechnologie ergeben. Man dürfe in der Freundschaft nicht in Gewohnheit verfallen. "Wir haben die Pflicht, diese Flamme jeden Tag wieder zu entzünden."
Merkel und Hollande appellieren an die Jugend
Laut Merkel habe De Gaulle in seiner Rede an die Jugend den jahrzehntelangen Konflikten einen Optimismus entgegengestellt, der noch immer vorbildhaft sei: "Lassen wir uns auch heute und in Zukunft von dieser Zukunftsfreunde anstecken. Das Europa der Zukunft liegt in euren Händen", rief sie den jungen deutschen und französischen Zuhörern zu. Auch Hollande beendete seine Rede auf Deutsch mit einem Appell an die "jungen Damen und jungen Herren aus Deutschland, aus Frankreich, aus ganz Europa": "Ihre Rolle ist es, dem europäischen Traum Wirklichkeit und Zukunft zu verleihen."
Doch bei allem Gleichklang in diesem Punkt setzten die Christdemokratin und der Sozialist in ihren Ansprachen unterschiedliche Akzente. Während Merkel eher auf die Geschichte einging, beschäftigte sich Hollande mehr mit der gegenwärtigen Krise der EU. Diese sei nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine moralische, weil Europa an sich selbst zweifle. Doch ohne gemeinsames Handeln drohten die einzelnen Länder der Skepsis, dem Egoismus und dem Populismus anheimzufallen. Hollande zeigte sich aber zuversichtlich, dass Europa die Krise überwinde. Die deutsch-französische Verbundenheit könne dabei andere mitreißen - allerdings ohne diese zu bevormunden.
"Wir Europäer sind zu unserem Glück vereint"
Merkel erinnerte an den geschichtlichen Kontext der Rede de Gaulles, der bereits vom Ost-West-Gegensatz geprägt war. Damals sei es für sie als ein Mädchen von acht Jahren aus Ostdeutschland völlig undenkbar gewesen, später einmal als Kanzlerin eines in Frieden wiedervereinigten Deutschlands zu sprechen. Dies sei der europäischen Integration zu verdanken. "Wir Europäer sind zu unserem Glück vereint", fügte sie hinzu. Die Reden wurden auch auf einem deutsch-französischen Bürgerfest mit mehreren Tausend Besuchern übertragen.
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