Angreifer flüchtig

30 Schüsse auf illegale Siedlung im Westjordanland

Ausland
08.03.2024 21:13
Porträt von krone.at
Von krone.at

Militante Palästinenser haben in der Nähe der Stadt Nablus im Westjordanland einen illegalen Siedleraußenposten angegriffen. Mehrere Soldaten wurden dabei verletzt. Die israelische Regierung plant dennoch, weitere Gesetzesverstöße radikaler Siedler zu legalisieren. 

Die Palästinenser feuerten rund 30 Schüsse auf einen Posten der israelischen Armee ab, der die Siedlung Homesh bewachte, berichtete der Sender Kan am Freitag. Als die Soldaten die Angreifer verfolgten, hätten die Militanten einen Sprengkörper detoniert. Drei Soldaten erlitten mittelschwere, vier weitere leichte Verletzungen, teilte die Armee am Abend mit.

Suchaktion nach Angreifern
Die Streitkräfte starteten eine Suchaktion, nachdem die Angreifer in Richtung des palästinensischen Dorfes Silat al-Dhar geflohen waren. Der Außenposten Homesh im israelisch besetzten Westjordanland gilt selbst nach israelischem Recht als illegal. Er war im Jahr 2005, als Israel den Gazastreifen räumte, zusammen mit drei anderen illegalen Außenposten aufgegeben worden.

Radikale Siedler haben sich damit nie wirklich abgefunden. Die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu will indes auf Betreiben der rechtsextremen Koalitionspartner die geräumten Außenposten wiederbeleben und legalisieren.

Illegale Bauvorhaben genehmigt
Im vergangenen Dezember genehmigte der zivile Arm der Militärverwaltung im Westjordanland neue Bautätigkeiten in Homesh. Dort zu leben, ist aber weiterhin nicht legal. Einem Bericht der „New York Times“ zufolge hausen dort drei Familien in improvisierten Barackenbauten. 50 Religionsstudenten halten sich dort zeitweise auf, um die Thora zu studieren. Die Armee bewacht die Zugänge zu der Siedlung.

Seit Beginn des Kriegs zwischen Israel und der islamistischen Hamas im Gazastreifen am 7. Oktober vergangenen Jahres hat sich die Lage im Westjordanland deutlich zugespitzt. 406 Palästinenser wurden seither nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Westjordanland bei israelischen Militäreinsätzen, Konfrontationen oder eigenen Anschlägen getötet. Es kam auch verstärkt zu Siedlergewalt gegen Palästinenser.

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