Auf Wunsch von Frau

Vizepräsident der Wiener Ärztekammer vor Rücktritt

Wien
19.12.2023 17:42
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach monatelangen personellen Turbulenzen in der Wiener Ärztekammer steht Stefan Ferenci, der derzeitige Vizepräsident und Kurienobmann der angestellten Ärztinnen und Ärzte, offenbar vor seinem Rücktritt. Einen entsprechenden Schritt hat er jedenfalls per Mail für die nächste ordentliche Kuriensitzung am 20. Februar 2024 angekündigt.

Nach monatelangen personellen Turbulenzen in der Wiener Ärztekammer steht Stefan Ferenci, derzeit Vizepräsident und Kurienobmann der angestellten Ärztinnen und Ärzte, offenbar vor seinem Rücktritt. Einen entsprechen Schritt hat er jedenfalls per Mail für die nächste ordentliche Kuriensitzung am 20. Februar 2024 angekündigt.

Mit diesem Schritt würde er automatisch auch das Amt des Vizepräsidenten verlieren, das für den Kurienobmann reserviert ist, wie es aus der Kammer zur APA hieß. Mit dem angekündigten Rücktritt folge er dem Wunsch von Frau und Kindern, so die Begründung des streitbaren Ärztevertreters.

Will sich weiter für Spitalsärzte einsetzen
Er werde sich aber weiter für die Interessen der Spitalsärzte einsetzen, heißt es in dem Schreiben, von dem der „Dossier“-Journalist Ashwien Sankholkar einen Screenshot auf auf X (vormals Twitter) veröffentlichte (siehe unten).

In dem Schreiben kritisiert Ferenci auch, dass zuletzt die Interessen der „kleinen Gruppe der Kassenärzt*innen“ zu sehr im Fokus der Wiener Ärztekammer gestanden seien. Die angestellten Ärzte stellten 60 Prozent der Kammermitglieder und müssten dementsprechend vertreten werden, betonte er.

Im Clinch mit Wiens Gesundheitsstadtrat
Er hoffe, dass seine Nachfolge „diesen selbstbewussten und, wenn notwendig, kämpferischen Weg“ weiter fortsetzen werde. Zuletzt war Ferenci wiederholt auf Konfrontation mit Wiens Gesundheitsstadtrat Peter Hacker (SPÖ) gegangen und hatte versucht, diesen mit Umfragen und Streikankündigungen unter Druck zu setzen.

Zwischen Ende April und Ende August war Ferenci auch interimistisch an der Spitze der Wiener Kammer gestanden, nachdem sich der intern stark umstrittene Ärztekammer-Chef Johannes Steinhart aus gesundheitlichen Gründen vorübergehend aus den Geschäften zurückgezogen hatte.

Seit Frühjahr Turbulenzen bei Ärztekammer
Die Wiener Ärztekammer befindet sich bereits seit dem Frühjahr in Turbulenzen, Hintergrund sind Vorwürfe rund um die Beschaffungsplattform Equip4Ordi (E4O), einer ausgelagerten Tochtergesellschaft der Kurie der niedergelassenen Ärzte. Die Staatsanwaltschaft ermittelt in dieser Causa wegen des Verdachts der Untreue, Begünstigung und des schweren Betrugs.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt