Nach Protesten

Kostspielige Gebäuderichtlinie wird doch gelockert

Burgenland
30.10.2023 06:00

Verpflichtende Sanierungen der EU hätten Hausbesitzern bis zu 100.000 € kosten können. Jetzt macht Brüssel einen Rückzieher.

Geht es nach den Plänen der Klimaschützer in Brüssel, rollt auf die Bürger eine gewaltige Belastungswelle zu. Demnach sollen Eigenheime, die vor 1990 errichtet wurden, um viel Geld zukunftsfit gemacht werden. Proteste ließen nicht lange auf sich warten.

Regelungen wurden entschärft
„Maßnahmen für den Klimaschutz sind notwendig und richtig. Jedoch wäre die ursprünglich geplante EU-Gebäuderichtlinie weit über das Ziel hinausgeschossen und hätte Hausbesitzer stark belastet. Die Regelungen sollen nun entschärft werden“, zeigt sich Europa-Abgeordneter Christian Sagartz erfreut über erste Erfolge in der Debatte. Die anfänglichen Pläne sahen bei Gebäuden eine Energieeffizienz der Klasse D bis zum Jahr 2033 vor. Dadurch hätte man bei vielen Eigenheimen die Dächer, Wände, Fenster und Türen tauschen müssen.

Gesamtzielwerte für EU-Mitgliedstaaten
Expertenschätzungen zufolge sei im Einzelfall mit Sanierungskosten von 15.000 bis 100.000 Euro zu rechnen gewesen. Die individuelle Verpflichtung zur Sanierung soll jetzt aber fallen. Stattdessen sollen Gesamtzielwerte für den jeweiligen EU-Mitgliedsstaat erarbeitet werden. Dabei darf auch der Neubau eingerechnet werden. „Die Details dafür werden im Dezember verhandelt“, kündigt Sagartz an.

Abseits von Brüssel spricht sich der ÖVP-Landesobmann strikt auch gegen die Baulandabgabe im Burgenland aus. „Damit rollt eine massive Belastungswelle auf die Bevölkerung zu. Beim Thema Wohnen braucht es weder ein Diktat aus Brüssel, noch aus dem Eisenstädter Landhaus“, sagt der Mandatar. In einem sind sich alle einig: Wer ein Leben lang hart für ein Einfamilienhaus gespart hat, soll nicht zur Kasse gebeten werden!

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