Ein Team von Wissenschaftlern des Bio Architecture Lab in Kalifornien habe eine gentechnisch veränderte Form des Escherichia-Coli-Bakteriums so eingesetzt, dass es Zucker in den Meeresalgen in Ethanol (Alkohol) verwandeln könne, heißt es in dem Bericht. Anders als andere Mikroben zuvor könne es - dank einer Gensequenz, die den Bauplan für ein spezielles Enzym enthält - auch den als Alginat bekannten Hauptzucker in den Braunalgen verarbeiten.
Enzym wandelt Zucker in Ethanol um
"Unsere Wissenschaftler haben ein Enzym entwickelt, um das Alginat abzubauen und umzuwandeln", sagte der Geschäftsführer von Bio Architecture Lab, Daniel Trunfio. Laut Angaben des Unternehmens erbrachte die Fermentation bereits "80 Prozent des theoretisch erreichbaren Ethanol-Höchstertrags". Ein Großteil des Alkohols sei schon binnen der ersten 48 Stunden nach Einbringen der Bakterien erzeugt worden.
Diese Entdeckung mache aus der Biomasse einen billigen Ausgangsstoff zur Produktion von Bio-Brennstoffen und Chemikalien. Ein Sprecher des Unternehmens teilte mit, dass das Labor derzeit vier Aquafarmen in Chile betreibe, wo es hoffe, seine Mikroben-Technologie in einer Großanlage einsetzen zu können - als nächster Schritt hin zur Vermarktung in den nächsten drei Jahren.
Idealer Rohstoff für Biokraftstoffe
Meeresalgen als Lieferant für Biobrennstoff gelten bei Energie-Experten schon lange als eine attraktive Alternative, weil der Seetang anders als etwa Rohrzucker nicht angebaut werden muss und somit nicht mit landwirtschaftlichen Flächen für Lebensmittel in Konkurrenz tritt. Weniger als drei Prozent der weltweiten Küstengewässer würden ausreichen, um genug Algen zu produzieren, um 60 Milliarden Gallonen (227 Milliarden Liter) fossilen Brennstoff zu ersetzen, heißt es in dem "Science"-Artikel.
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