Guten Morgen

(F)laue Themen | Sommergespräche von vorvorgestern

(F)laue Sommerthemen. Sind 32 Arbeitsstunden pro Woche genug? Darüber wird in diesem Sommer mit Inbrunst diskutiert, seit der neue SPÖ-Chef Andreas Babler die Forderung nach dieser radikalen Arbeitszeitverkürzung  als einen seiner wichtigsten Programmpunkte postuliert hatte. Mittlerweile hat er das zwar abgeschwächt, sprach zuletzt davon, dass er damit rechne, „dass bei der 32-Stunden-Woche innerhalb von acht oder neun Jahren ein großer Schritt gemacht wird.“ Man könnte also auch sagen, dass die Forderung ohnehin schon auf der langen Bank gelandet ist. Dennoch eignet sich das Thema vor allem auch für die Gegner einer derartigen Verkürzung zur Profilierung. So zeigt sich etwa Harald Mahrer, der Ober-Wirtschaftskämmerer, erregt. Er spricht gleich von einer „Katastrophe“. Realistisch ist die Umsetzung aber in Wahrheit nicht, wie - siehe oben - selbst der SPÖ-Chef nun zur Kenntnis zu nehmen scheint. Aber wie es bei (f)lauen Sommerthemen eben so ist  - man denke an die Bargeld-Rettung des ÖVP-Chefs: Es gelingt ganz offensichtlich immer wieder, Aufmerksamkeit zu erregen. Unabhängig davon, ob nun etwa die Abschaffung des Bargeldes oder die Einführung der 32-Stunden-Woche vor der Tür steht. Oder in Wahrheit Jahre, wenn nicht Lichtjahre entfernt ist.

Sommergespräche von vorvorgestern. So wie leichte Themen zum Sommer gehören, so gehören auch leichte Interviews zur warmen Jahreszeit. Die Sommergespräche des ORF werden besonders aufmerksam wahrgenommen. Auch wenn ihnen zunehmend die Leichtigkeit genommen wurde. Was allerdings in der Gegenprobe keinesfalls bedeutet, dass sie gewichtig wären - das wäre ein ganz fataler Trugschluss. Ein Trugschluss wäre auch, anzunehmen, dass wir Zuseher topaktuelle Information serviert bekommen. Ganz im Gegenteil. Denn statt die Sommergespräche wie gewohnt live auszustrahlen verfiel man beim Staatsfunk auf die unselige Idee, sie heuer bereits Freitag Mittag aufzuzeichnen - um sie Montag Abend auszustrahlen! Das findet auch Claus Pándi in seinem Kommentar in der Montags-„Krone“ höchst merkwürdig. Er meint: „Auf die Idee muss man erst einmal kommen: Ausgerechnet in einer Zeit, in der ohnehin immer mehr Menschen an Fake News und Manipulation glauben, derartige politische Interviews nicht live zu senden.“ Der heutige Gast (beziehungsweise der Gast von vorvorgestern), Grünen-Chef Werner Kogler, könne, findet Pándi, „in dem Fall auch nichts dafür, dass die Sendung die Traurigkeit einer ,Big Brother´-Show aus einem Altstoff-Container ausstrahlt. Offenbar mussten auf Tristesse spezialisierte Fachleute des ORF im prachtvoll renovierten Parlament das düsterste Zimmer suchen.“ Sommergespräche also in jeder Hinsicht von vorvorgestern…

Kommen Sie gut durch den Montag!

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