Mi, 22. August 2018

Dutzende Tote

06.12.2011 17:14

Anschlagsserie erschüttert Afghanistan

Eine Serie von blutigen Anschlägen hat am Dienstag Afghanistan erschüttert. In der Hauptstadt Kabul sprengte sich ein Selbstmordattentäter in den Morgenstunden inmitten schiitischer Muslime in die Luft. Es gab Dutzende Tote. Auch in Masar-i-Scharif und Kandahar explodierten kurz darauf Bomben. Die pakistanische Terrororganisation Lashkar e-Jhangvi al-Alami bekannte sich zu dem Anschlag in Kabul.

Die Terrorgruppe wurde in der Vergangenheit für zahlreiche Anschläge auf Schiiten in Pakistan verantwortlich gemacht. Übergriffe auf das Nachbarland Afghanistan waren bisher nicht bekannt.

60 Tote, über 100 Verletzte
Der Täter in Kabul habe seinen Sprengsatz während der Ashura-Feierlichkeiten, die ein zentrales Element der Glaubensrichtung des schiitischen Islam bilden, in einem Schrein zur Explosion gebracht. Mindestens 60 Menschen seien getötet worden, darunter Frauen und Kinder, so die Polizei. Die Zahl der Verletzten liege bei über 100.

Kurz nach dem Anschlag in Kabul explodierte in der Nähe der wichtigsten Moschee im nordafghanischen Masar-i-Sharif eine auf einem Fahrrad befestigte Bombe. Vier Menschen wurden getötet, 17 weitere verletzt. Auch im südlichen Kandahar explodierte eine Bombe, wobei mindestens drei Menschen verletzt wurden. In den letzten Jahren waren Ashura-Feiern in Afghanistan und anderen Ländern immer wieder von blutigen Anschlägen überschattet, die meist auf das Konto sunnitischer Extremisten gingen.

Mit dem Ashura-Fest gedenken schiitische Muslime ihrem Märtyrer Hussein, einem Enkel des Propheten Mohammed. Hussein starb 680 in einer Schlacht bei Kerbala. Er steht für die Schiiten für die Verfolgung in einer ihrem Glauben feindlich gesinnten Welt. Jeder Fünfte der knapp 30 Millionen Afghanen gehört zu den Schiiten.

Deutsch-afghanisches Partnerschaftsabkommen
Die Anschlagsserie überschattet ein Treffen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel mit dem afghanischen Präsidenten Hamid Karzai. Die beiden waren am Dienstagmorgen in Berlin zusammengetroffen, um die Zusammenarbeit Deutschlands und Afghanistans über 2014 hinaus in einem bilateralen Partnerschaftsabkommen zu regeln.

Merkel nannte als Schwerpunkte eines solchen Abkommens das Training der afghanischen Sicherheitskräfte, die Berufsausbildung in Afghanistan und die Erschließung der Rohstoffe des Landes. "Deutschland fühlt sich für das Schicksal Afghanistans verantwortlich", sagte Merkel. 2014 sollen die NATO-Kampftruppen das Land am Hindukusch verlassen.

Finanzhilfe für Afghanistan bis 2024
Am Montag hatten 1.000 Delegierte von 100 Staaten und Organisationen im deutschen Bonn über die Zukunft Afghanistans nach dem Abzug der Nato-Kampftruppen debattiert. Die internationale Gemeinschaft sicherte Afghanistan dabei bis 2024 finanzielle Hilfe zu. Sie soll unter anderem in den Aufbau von Polizei und Streitkräften sowie in die wirtschaftliche Entwicklung fließen.

Als Voraussetzung für weitere finanzielle Unterstützung nannte US-Außenministerin Hillary Clinton die Bekämpfung der Korruption. Eine funktionsfähige Justiz soll aufgebaut werden. Bis 2024 soll Afghanistan ein voll funktionsfähiger Staat werden. Die Demokratie soll unter anderem durch eine Stärkung der Wahlinstitutionen gefestigt werden. Ziel bleibe eine rechtsstaatlich und demokratisch verfasste Gesellschaft, in der die Menschenrechte gewährleistet sind.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Die „Krone“ vor Ort
Gruselig! Nur Polizei bei Salzburgs Geister-Hit
Fußball International
Das Vertrauen lebt
Deutschland macht mit Löw und Bierhoff weiter
Fußball International
Champions-League-Quali
0:0! Nun wartet auf Red Bull Salzburg ein Endspiel
Fußball National
Anklage fallengelassen
Hillsborough-Katastrophe: Polizist entlastet!
Fußball International
Kein Platz in Madrid
Real-Youngster Ödegaard geht zu Vitesse Arnheim!
Fußball International
Aus und vorbei
Thomas Doll nicht mehr Trainer von Ferencvaros
Fußball International
Franz Lederer gefeuert
Robert Almer neuer Sportdirektor bei Mattersburg!
Fußball National

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.

Nachrichten aus meinem Bundesland
Die Bekanntgabe Ihres Bundeslandes hilft uns, Sie mit noch regionaleren Inhalten zu versorgen.