Sturm auf Botschaft

Großbritannien weist iranische Diplomaten aus

Ausland
30.11.2011 19:43
Großbritannien hat alle Mitarbeiter der iranischen Botschaft in London aufgefordert, binnen 48 Stunden das Land zu verlassen. Das teilte Außenminister William Hague am Mittwoch in London mit. Er reagierte damit auf die Angriffe auf die britische Botschaft in Teheran am Dienstag. Zuvor war bekannt geworden, dass London seine Diplomaten aus Teheran abzieht.

Großbritannien breche die diplomatischen Beziehungen zwar nicht ab, schraube sie aber auf das Minimum herunter, sagte Außenminister Hague. Die britische Botschaft in Teheran sei evakuiert worden und bleibe geschlossen. Weitere Sanktionen gegen den Iran sollten in Zusammenarbeit mit den anderen EU-Ländern geprüft werden.

Auch die Niederlande, Frankreich und Deutschland haben mittlerweile ihre Botschafter aus dem Iran zurückgerufen. "In Anbetracht der Ereignisse in Teheran hat Außenminister Westerwelle entschieden, dass der deutsche Botschafter zu Konsultationen nach Berlin beordert wird", erklärte das Auswärtige Amt in Berlin am Mittwoch. Norwegen kündigte die vorübergehende Schließung seiner Botschaft in Teheran an. Österreich selbst denkt derzeit noch nicht an ähnliche diplomatische Maßnahmen, wie Spindelegger-Sprecher Alexander Schallenberg erklärte.

Sicherheitskräfte schauten bei Randale nur zu
Nach der Verkündung neuer Sanktionen gegen den Iran hatten am Dienstag Hunderte Demonstranten in der Hauptstadt Teheran das Gelände der britischen Botschaft gestürmt. Sie kletterten über die Botschaftsmauer und verlangten die Ausweisung des Botschafters.

Die aufgebrachten Protestierenden entfernten die britische Flagge und ersetzten sie durch eine iranische Fahne. Wie auf Fernsehbildern zu sehen war, warfen die Protestierenden zudem Fensterscheiben mit Steinen ein und zündeten britische und israelische Flaggen an. Die iranischen Sicherheitskräfte griffen nicht ein.

Später verurteilte das iranische Außenministerium die Erstürmung und bezeichnete sie als eine spontane Aktion demonstrierender Studenten, die nicht von der Regierung genehmigt worden sei. Außerdem kündigte Iran an, die Teilnehmer der Krawalle zu verhaften.

Angriff auf iranische Botschaft in Bern
Unterdessen haben in Bern haben am Mittwoch zwei junge Männer Brandsätze und Steine gegen die iranische Botschaft geworfen. Am Gebäude entstand kein Sachschaden, dafür aber an einigen vorbeifahrenden Autos. Polizisten und Sicherheitskräfte der Botschaft nahmen die beiden Männer vorübergehend fest.

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