Wie können Menschen der aktuellen Großelterngeneration länger zuhause leben, ohne schon vom Alltag überfordert zu werden? „Digitale Technologien bieten hier enorme Chancen“, meint Soziallandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). Er hat sich umgesehen, was sich da in Bayern so tut und will die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in Sachen Pflege-Digitalisierung vertiefen.
Auch Oberösterreich ist mit einer enormen Herausforderung in der Pflege und Betreuung konfrontiert, was sich vielleicht am sichtbarsten in leerstehenden Betten in Alten- und Pflegeheimen niederschlägt. Im Jahr 2016 standen 6 Betten leer wegen zu wenig Personal, 2022 waren es bereits über 1.300, also jedes zehnte Bett - mit weiter steigender Tendenz. In Bayern ist die Mangelsituation teilweise noch stärker ausgeprägt, in Garmisch-Partenkirchen beispielsweise ist jedes fünfte (!) Bett nicht belegt.
50 Maßnahmen in der Pflegestrategie
Soziallandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer hat daher für Oberösterreich die Pflegefachkräftestrategie vergangenes Jahr ausarbeiten lassen, 50 Maßnahmen enthält sie, mit der man sich mit dieser Herausforderung beschäftigen will. „Diese Maßnahmen werden nun Schritt für Schritt umgesetzt, im letzten Jahr (2022) mit dem Fokus auf Personalfragen (beispielsweise Mindestpflegepersonalschlüssel, flexiblerer Personaleinsatz) oder auch einer neuen Heimverordnung, dieses Jahr (2023) mit einem Fokus auf attraktiver Ausbildung. Und im nächsten Schritt wollen wir uns mit der Digitalisierung in der Pflege auseinandersetzen“, so Hattmannsdorfer.
Digitale Assistenten können Alltag erleichtern
„Digitale Technologien bieten hier enorme Chancen“, ist Hattmannsdorfer überzeugt: „Bis Roboter Einzug in die Pflege halten, wird es noch etwas dauern, aber digitale Assistenzsysteme ermöglichen zum Beispiel, dass die Menschen länger zu Hause bleiben können oder dass Mitarbeiter entlastet werden. Daher wollen wir auch über den Tellerrand blicken. Bayern ist in diesem Bereich Tempomacher, wie sich an der TU München speziell im Forschungszentrum Geriatronik in Garmisch-Partenkirchen zeigt oder bei Projekt „Dein.Haus 4.0“ sichtbar wird.“
„Wir wissen, dass unsere ältere Generation möglichst lange zu Hause bleiben möchte. Die Digitalisierung bietet hierfür unglaubliche Chancen, weshalb wir unsere Großelterngeneration stärker an digitale Assistenzsysteme heranführen müssen.“
Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer
Ein Musterhaus mit digitalen Helferlein
„DeinHaus 4.0“ ist ein Forschungsprojekt der Technischen Hochschule Deggendorf und wird gefördert durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege. Es wird so beschrieben: „Das Projekt erforscht technisch-digital gestützte Lösungen, die im Wohnumfeld unterstützen und stellt diese in Mustereinrichtungen der Öffentlichkeit vor. DeinHaus 4.0 soll dazu beitragen, Berührungsängste und Vorbehalte vor neuen Techniken abzubauen und die Akzeptanz für digitale Assistenzen in der Bevölkerung zu verbessern. Ob bei Pflegebedürftigkeit, Krankheit oder der Prävention eben dieser - DeinHaus 4.0 beschäftigt sich mit Möglichkeiten, die richtigen Hilfsmittel sinnvoll und situationsgerecht einzusetzen.“
„Es ist der Beginn einer Pflegepartnerschaft mit Bayern, in der wir die Zusammenarbeit im Bereich Digitalisierung in der Pflege vertiefen wollen. Das Projekt ,DeinHaus 4.0‘ bringt älteren Menschen diese Technologien näher und ich möchte ein derartiges Projekt auch in Oberösterreich umsetzen, denn Innovation und Digitalisierung sollen mehr Platz in der Pflege und Betreuung erhalten.“,
Landesrat Wolfgang Hattmannsdorfer
Zusammenarbeit mit Bayern wird vertieft
Den oberösterreichischen Soziallandesrat hat dieses Projekt beeindruckt: „Das Projekt “DeinHaus 4.0„ bringt älteren Menschen diese Technologien näher und ich möchte ein derartiges Projekt auch in Oberösterreich umsetzen, denn Innovation und Digitalisierung sollen mehr Platz in der Pflege und Betreuung erhalten.“ Hattmannsdorfer will dafür die Zusammenarbeit mit Bayern vertiefen und verkündet den Start einer bayrisch-oberösterreichischen Pflegepartnerschaft, vereinbart mit dem Bayrischem Pflegeminister. Neben dem Anliegen, das Projekt „DeinHaus 4.0“ nach Oberösterreich zu holen wird auch eine Zusammenarbeit zwischen der TU München und der JKU in Linz angestrebt, beispielsweise als „SummerSchool“. Darum waren auch design. Rektor Stefan Koch und der Prof. für Robotik Andreas Müller mit auf der Studienreise.
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