Der Linzer SP-Bürgermeister Klaus Luger hält die Idee von ÖVP-Stadtvize Martin Hajart, Flüchtlinge 22 Stunden im Monat in Parks und auf Straßen arbeiten zu lassen, für halbherzig: „Wenn schon Beschäftigung, dann gleich Vollzeit“, meint der rote Stadtchef.
Geht es nach Stadtvize Martin Hajart (VP), sollen Asylwerber künftig bis zu 22 Stunden im Monat Straßen und Parks reinigen – wir berichteten. Damit würde die Stadt das Beste aus der neuen Situation machen. Denn bereits in den nächsten Tagen werden die ersten Flüchtlinge im ehemaligen Ibis-Hotel sowie im früheren Lehrlingsheim der ÖBB in der Unionstraße erwartet.
Insgesamt könnten in beiden Quartieren bis zu 400 Personen untergebracht werden. Für Bürgermeister Klaus Luger (SP) ist Hajarts Vorschlag „halbherzig“. „Wenn schon Beschäftigung, dann in Zeiten von Arbeitskräftemangel in allen Branchen – und nicht ein paar Stunden täglich, sondern Vollzeit“, so der rote Stadtchef. Am Zug sei die Bundesregierung, in der Hajarts Parteifreunde von der ÖVP sitzen. „Asylwerbern müsste möglichst rasch ein Deutschkurs angeboten werden, da ist die Regierung säumig. Sie müsste auch die Möglichkeiten schaffen, dass Asylwerber sofort arbeiten können. In Zeiten, wo fast überall Personal gesucht wird, nehmen sie niemand einen Arbeitsplatz weg“, meint Luger.
Polizei wird Hotel-Umfeld verstärkt kontrollieren
Hinter Hajarts Vorstoß vermutet der Linzer Bürgermeister ein Ablenkungsmanöver: „Ich werde den Verdacht nicht los, dass Hajart versucht, davon abzulenken, dass die ÖVP und Innenminister Karner für die Problematik die Verantwortung tragen.“
Es ist ein unfreundlicher Akt Karners gegenüber der Linzer Bevölkerung.
Klaus Luger, SPÖ-Bürgermeister
Für ihn ist das Ibis als Asylunterkunft denkbar ungünstig. „Es ist ein unfreundlicher Akt Karners gegenüber der Linzer Bevölkerung.“ Mit der Polizei gibt es nun eine Vereinbarung für verstärkte Kontrollen. Der von Hajart angeregte Kauf des Hotels durch die Stadt sei nicht möglich: „Die Besitzerin lehnt explizit ab. Sie wollte auch nicht vom Vertrag über die Aufnahme von Flüchtlingen zurücktreten.“
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