Bei Masern-Ausbruch:

Ungeimpfte Kinder dürfen nicht mehr in Schule

Steiermark
01.03.2023 06:02

Die Masern-Welle flacht in der Steiermark ab, in den Spitälern liegen keine Patienten mehr. Das Grazer Gesundheitsamt legte nach den Ferien aber neue Regeln für Schüler fest: Bei Ausbruch der Krankheit kommt man ohne Impfung nicht mehr in die Klasse.

Ein Masernausbruch sorgte in den letzten Tagen für den nächsten Stresstest des steirischen Gesundheitswesens. Täglich wurden neue Fälle bekannt - auf der Grazer Kinderklinik und im LKH Leoben mussten insgesamt acht junge Patienten behandelt werden. „Seit dem Wochenende ist die Lage jetzt aber stabil. Am Montag gab es etwa keinen einzigen neuen Fall“, kann Daniela Goritschan vom Grazer Gesundheitsamt und dort zuständig für Seuchenhygiene und Infektionsschutz, ein erstes Abflachen der Welle erkennen.

24 Masernfälle sind aktuell in der Landeshauptstadt gemeldet. Auf der Kinderklinik muss aber niemand behandelt werden - Gleiches erfuhren wir auf Anfrage vom LKH Leoben. „Verdachtsfälle kommen zwar immer wieder zu uns. Nach einem negativen Test haben wir diese Personen aber alle wieder nach Hause entlassen können“, sagt Simone Pfandl-Pichler, Sprecherin der Grazer Uni-Klinik.

Die Grazer Kinderklinik
Die Grazer Kinderklinik(Bild: Scherbichler Wulf)

Neue Spielregeln nach den Ferien
Trotz einer leichten Entspannung gibt’s jedoch für alle Schülerinnen und Schüler in Graz seit Montag neue Spielregeln. In einer Mail, die an alle Direktionen in der Murmetropole erging, gab das Gesundheitsamt den neuen Maßnahmenkatalog vor: Im Fall eines Masernfalles in einer Bildungseinrichtung dürfen Kinder, die zweimal gegen Masern geimpft sind, die Schule weiter besuchen. Jene, die einmal geimpft sind, „sollen sich dringend ein zweites Mal impfen lassen und dürfen die Einrichtung auch weiterhin besuchen.“ Ungeimpfte werden „für 21 Tage ab Letztkontakt mit einer infizierten Person verkehrsbeschränkt und erhalten einen Bescheid der Behörde“, heißt es in dem Schreiben, das der „Krone“ vorliegt.

Lehrer sollen Impfstatus erheben
Im Ernstfall, sprich bei Bekanntwerden eines Masernfalles, muss also der Impfstatus aller Schüler erhoben werden - zumindest in Graz. Ein derartiger Notfallplan wurde von den Gesundheitsbehörden in den anderen steirischen Bezirken noch nicht verhängt.

Den einzig wirksamen Schutz gegen eine Erkrankung bietet laut Experten ohnehin die Impfung. „Masern sind eine hochinfektiöse Krankheit, weshalb wir die Impfung auch wirklich allen empfehlen. Noch dazu ist sie für alle gratis“, sagt Seuchenmedizinerin Goritschan.

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