Der Wahlkampf war hart - die Tage nach der Wahl könnten aber noch härter werden für die niederösterreichische Landespolitik, meint „Krone“-Innenpolitik-Leiterin Ida Metzger. In ihrem „Politik inoffiziell“ beschäftigt sie sich einen Tag vor der Landtagswahl im größten Bundesland Österreichs mit den Szenarien danach. Manches scheint da möglich. Darunter auch eine rot-blaue Koalition, ein Schreckgespenst, das die Schwarzen mit viel Nachdruck an die Wand malen. Das Szenario bleibt unrealistisch. Denn selbst wenn die kaum zu glaubenden Umfrageergebnisse mit einem dramatischen Absturz der ÖVP und dramatischen Zugewinnen der FPÖ Realität würden, müssten sich SPÖ und FPÖ erst einmal näherkommen. Und würden dennoch für die Landeshauptmannwahl vermutlich noch Unterstützung von Neos oder Grünen benötigen - und wohl nicht bekommen. Realistischer bleibt das Szenario, wonach die ÖVP zwar viel verliert, aber mit immer noch mehr als 40 Stimmprozenten doch ihre absolute Mehrheit in der Regierung rettet. Dann würde die Mikl-Leitners Volkspartei wohl einen Pakt mit der SPÖ schließen. Aber noch ist alles möglich. Morgen Abend wissen wir mehr!
Wellen und Wogen. Die Wellen, die Alexander Van der Bellen mit seinen Interview-Aussagen vor seiner zweiten Angelobung als Bundespräsident erzeugte - sie haben, wie zu erwarten, das Wahlkampfland Niederösterreich voll erreicht. Und sie werden von der FPÖ kräftig aufgebauscht, was nicht wundern braucht. Nicht einmal den wiederangelobten Bundespräsidenten selbst. Mit dessen Aussagen im ORF-Interview setzt sich heute in der „Krone“ auch Conny Bischofberger in ihrer Kolumne auseinander. Er werde, hatte der für sechs Jahre wiedergewählte Präsident in diesem Interview gesagt, eine antieuropäische Partei, die den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine nicht verurteile, durch seine Maßnahmen nicht noch zu befördern versuchen. Klar, dass es dabei um einen möglichen Sieg der FPÖ bei der nächsten Nationalratswahl und die Beauftragung von Herbert Kickl mit einer Regierungsbildung geht. Bischofberger verweist darauf, dass sein aktuelles Bekenntnis in krassem Gegensatz zu einem Versprechen steht, das Van der Bellen in seiner Antrittsrede 2017 gab: „Mir ist sehr bewusst, dass ich spätestens mit dem heutigen Tage auch jene vertrete, die mich nicht unterstützt haben. Euch einzubinden, das werde ich nach bestem Wissen und Gewissen versuchen.“ Und immerhin hat damals der freiheitliche Kandidat Norbert Hofer mehr als zwei Millionen Stimmen erreicht. Diese andere Hälfte einzubinden, das habe, schreibt Bischofberger, der Präsident versäumt. Tatsächlich erreichte die Ablehnung Van der Bellens in gewissen Kreisen schon vor seiner harschen Kickl-Aussage erschreckende Dimensionen. Immer wieder ist da von diesen Leuten zu hören, dass er nicht ihr Präsident sei. Die aktuelle Ansage multipliziert die Wellen nun - nicht nur in Niederösterreich - zu hochgehenden Wogen.
Kommen Sie gut durch den Samstag!
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.