Die Flüchtlingsthematik beherrscht den öffentlichen Diskurs. Doch wie schlimm ist die „Krise“? Birgt sie auch Chancen? Und wie läuft die Unterbringung in den Bezirken? Aktuelle Daten des Landes geben darüber jetzt Aufschluss.
Zelte, Proteste gegen Großquartiere in kleinen Gemeinden, hitzige Politdebatten: Das Flüchtlingsthema ist in OÖ seit Monaten vorherrschend. Die Beantwortung einer SPÖ-Anfrage durch Integrationslandesrat Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) legt jetzt die Flüchtlingssituation in nüchternen Zahlen dar.
Plus 1300 in Grundversorgung
Demnach hat das Land heuer – ohne Ukrainer – rund 1300 Menschen zusätzlich in die Grundversorgung aufgenommen. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Zuwachs quasi bei null, 2015 waren es mehr als 5000 neu Aufgenommene. Die viel zitierte Krise sieht die SPÖ aber heuer nicht: „Massenbewegungen sind nicht erkennbar“, meint SPÖ-Integrationssprecher Erich Wahl. Freilich: Wenn etwa in der 5000-Einwohner-Gemeinde Frankenburg, 300 Schutz suchende Männer untergebracht sind, kann das die Anrainer überfordern. Eine Lösung wäre eine homogene Aufteilung quer über das Land.
Von an sich dauerhaft von Sozialleistungen abhängigen Zugewanderten kann überhaupt keine Rede sein.
Erich Wahl, SPÖ, sieht hohes Arbeitskräftepotenzial
Linz mit sehr hoher Unterbringungsquote
Doch da sind einige Regionen säumig, wie die Anfragebeantwortung zeigt. So beherbergt der Bezirk Braunau, wo 7,2 Prozent der Oberösterreicher leben, nur 3,6 Prozent aller in OÖ untergebrachten Fremden (Asylwerber, -berechtigte, subsidiär Schutzberechtigte). Linz hingegen hat mit einem Einwohneranteil von 13,8 Prozent 17,1 Prozent der Fremden aufgenommen (siehe Grafik).
Großes Potenzial für den Arbeitsmarkt
Interessantes Detail: Der Großteil der Geflüchteten ist jünger als 40 Jahre alt, und davon sind die meisten zwischen 20 und 30. SPÖ-Politiker Wahl sieht hier eine große Chance: „Die Geflüchteten sind im besten Erwerbsalter. Viele bringen auch Berufsqualifikationen mit. Mit grundlegenden Deutschkenntnissen können sie am Arbeitsmarkt aktuell gut gebraucht und auch höher qualifiziert werden.“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.