In Rauris im Pinzgau zogen gestern, Samstag, die Anklöckler von Hof zu Hof. Franz Eidenhammer ist schon seit dem Jahr 1976 dabei, wenn Josef und Maria singend um Einlass in die warme Bauernstube bitten.
Es war Fügung, dass Franz Eidenhammer in Rauris gelandet ist. Denn eigentlich ist er aus dem Innviertel in Oberösterreich. Während seiner Ausbildung Anfang der 1970er Jahre hat es sich so ergeben, in Rauris waren Lehrer begehrt. Jahrzehnte später ist Franz Eidenhammer, Jahrgang 1951, längst in Pension. Er lebt aber noch immer in Rauris, denn er hat im Pinzgau seine Heimat gefunden.
„Im ersten Jahr in Rauris war ich schon als Nikolaus und als Josef bei den Anklöcklern unterwegs“, sagt der mittlerweile pensionierte Volksschuldirektor. 46 Jahre ist das nun her, als Anklöckler ist er noch immer unterwegs. So auch gestern, Samstag, als die Rauriser Anklöckler bei sieben Bauern vorbeischauten.
„Gott griass enk Leitl‘n“
Mit Sabine Eberharter, seiner heiligen Maria, bildet Franz Eidenhammer als Josef, das traditionelle, biblische Paar, das sich vor Weihnachten auf Herbergsuche begibt. Vom Wirt, heuer erstmals von Roland Skorsch verkörpert, wird ihnen der Einlass in die warme Stube verwehrt. Gemeinsam mit einer Gruppe von Hirten, ziehen die Mitglieder des Rauriser Chors singend von Bauernhof zu Bauernhof. Mit dem bekannten „Gott griass enk Leitl’n“ beginnen die Hirten, auf die Herbergssuche von Josef und Maria folgt schließlich „Es wird scho glei dumpa“.
Kletzenbrot und ein Stamperl zur Stärkung
„Mehr als sieben, acht Stationen gehen sich nicht aus. Wir müssen überall ja auch einkehren“, erklärt Eidenhammer schmunzelnd. „Bei uns gibt’s natürlich nur einen Vogelbeer-Schnaps“, sagt Hannes Lainer stolz. Am Hof des Grubhohnerbauern schauten die Anklöckler um kurz nach acht Uhr vorbei. „Für uns ist es immer eine große Freude, wenn sie zu uns kommen.“ Zu den Herbergsuchenden gesellen sich dann alle Kinder und die Nachbarn. Dem Gesang wird andächtig gelauscht, ehe Kletzenbrot, kalter Schweinsbraten und selbstverständlich der Vogelbeer-Schnaps kredenzt werden.
Josef und Maria an zwei Tagen unterwegs
„Traditionell wird ja nur an Donnerstagen vor Weihnachten angeklöckelt. Wir haben es aber auf Samstag und Donnerstag gelegt“, so Eidenhammer. „Da haben mehr Leute Zeit und somit auch mehr eine Freude.“ In Rauris bittet das heilige Paar so kommenden Donnerstag erneut um Einlass. Franz Eidenhammer als Josef wird wohl auch nächstes Jahr noch einmal mit von der Partie sein.
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