Flucht vor Regime?
Toter in Fahrwerkschacht: Iran-Flüge gestrichen
Seit Wochen werden die immer größer werdenden Proteste im Iran von der Regierung mit Gewalt niedergeschlagen. Aufgrund der zunehmenden Verfolgung von Demonstranten versucht so mancher, aus dem Land zu gelangen - und dies oft auf sehr gefährlichem Weg. Nachdem nun eine Leiche im Fahrwerkschacht eines Lufthansa-Flugzeugs gefunden wurde, reagierte die Airline - und strich kurzerhand Flüge nach Teheran. Mittlerweile wurde die Verbindung jedoch wieder aufgenommen. Indessen werden die Demonstrationen im Iran immer größer.
Konkret betroffen waren zwei Lufthansa-Flüge und einer der Tochter Austrian Airlines. Der Konzern überprüfte seine Flüge in die iranische Hauptstadt, wie eine Unternehmenssprecherin in Frankfurt erklärte. Nachdem die Sicherheitsmaßnahmen für die Maschinen am Flughafen Teheran verschärft wurden, nahm die Airline den Betrieb wieder auf. Am Donnerstag war in einem aus Teheran gekommenen Airbus A340 eine männliche Leiche entdeckt worden.
Zur Identität des Mannes ist noch nichts bekannt. Die Ermittlungen zu dem Fall hat das Polizeipräsidium Frankfurt übernommen, das zunächst keine Einzelheiten mitteilte. Der Direktflug LH601 Teheran - Frankfurt dauerte am Donnerstag laut dem Trackingdienst Flightradar24 knapp fünf Stunden und landete um 5.18 Uhr in Frankfurt.
Mindestens acht Getötete binnen 24 Stunden
Zuletzt erfuhren die Freiheitsproteste der Bevölkerung zusätzlichen Zulauf. Alleine am Mittwoch strömten laut der iranischen Nachrichtenagentur ISNA zufolge „fast 10.000 Menschen“ zum Grab von Mahsa Amini, deren Tod den Anstoß für den Protest gegeben hatte. Wie die Menschenrechtsorganisation Amnesty International erklärte, wurden binnen 24 Stunden mindestens acht Menschen getötet.
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Ungewöhnliche Entlassung
Aufgrund der ausschweifenden Gewalt gegen die Protestierenden sah sich nun sogar die Regierung gezwungen zu handeln. So wurde im Südosten des Landes der Polizeichef der Großstadt Zahedan entlassen. Iranische Medien erklärten, dies sei das Ergebnis einer Untersuchung der gewaltsamen Niederschlagung der Proteste vom 30. September in der Stadt.
Die ungewöhnliche Entlassung betrachten Beobachter als zunehmende Unstimmigkeit in der Südostprovinz. Auch ein einflussreicher sunnitischer Geistlicher in Zahedan, Molavi Abdulhamid, kritisierte jüngst den Kurs der politischen Führung in dem mehrheitlich schiitischen Land. Weitere örtliche Geistliche sollen sich seiner Kritik angeschlossen haben.







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