Eine Rekordinflationsrate von rund zehn Prozent treibt vielen Wienern die Schweißperlen auf die Stirn. Doch die tatsächlichen Preissteigerungen sind noch viel dramatischer.
Der Einkaufswagen ist zwar halb leer, aber die Rechnung wird ein Vielfaches mehr als noch vor ein paar Monaten ausmachen. Das ist beim Einkaufen derzeit die Realität. Nach mehr als zwei Jahren Pandemie, der jetzigen Energiekrise und den damit verbundenen Teuerungen können sich das viele Wiener einfach nicht mehr leisten. Der Ansturm bei den Sozialmärkten und den Pfandleihhäusern unterstreicht das.
Wir blicken derzeit nicht sehr optimistisch in die Zukunft. Mit einem Nachlassen der Preisanstiege ist in den kommenden Wochen sicher nicht zu rechnen.
Manuela Delapina; AK Wien - Konsumentenpolitik/Marktforschung
Belastungen extrem gestiegen
Doch die Inflationsrate von rund zehn Prozent spiegelt nicht das volle Ausmaß der Misere wider. Besonders eindrucksvoll zeigen die aktuellen Zahlen der Arbeiterkammer Wien die Teuerungen auf. In regelmäßigen Abständen werden die Preise von bestimmten Warengruppen für den Monitor analysiert.
„Wir untersuchen Markenartikel sowie die generell billigsten Angebote. Dabei spielt es keine Rolle, um welche Supermarkt-Kette es sich handelt. Auch Onlineshops werden unter die Lupe genommen. Und die Untersuchungen zeigen - die Preise sind kräftig in die Höhe geschnellt“, so Manuela Delapina von der Arbeiterkammer Wien. Innerhalb eines Jahres sind beliebte Lebensmittel und Drogeriewaren um teilweise dreistellige Prozentpunkte gestiegen.
Billige Produkte oft vergriffen
So ortete die Arbeiterkammer etwa einen Preisanstieg von 194 Prozent für das günstige Sonnenblumenöl oder ein Plus von 118 Prozent für das günstige Mehl (siehe Grafik). Delapina: „Das Problem ist, viele günstige Waren sind derzeit leider oft nicht lieferbar oder ausverkauft. So bleibt den Menschen nur noch der Griff zu den teureren Produkten.“
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