Wegen Vogelgrippe

Frankreich droht Engpass bei Gänsestopfleber

Ausland
12.09.2022 07:20
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Gänsestopfleber ist in Frankreich eine beliebte Weihnachtsdelikatesse. Doch in diesem Jahr zeichnet sich ein Engpass ab. Weil die Bestände an Gänsen und Enten wegen der Vogelgrippe geschrumpft sind und der Ukraine-Krieg die Kosten für die Mast der Vögel in die Höhe getrieben hat, werde mit einem um 30 bis 40 Prozent geringeren Angebot gerechnet, berichtete die Zeitung „Le Parisien“ unter Verweis auf den Gänseleberverband.

Außerdem müssten Konsumenten mit deutlich höheren Preisen rechnen. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2020 seien die Erzeugerkosten für eine Stopflebergans um 28 Prozent in die Höhe geschnellt. Verantwortlich dafür seien hauptsächlich höhere Kosten für das verfütterte Getreide sowie für Energie, auch aber Transport und Verpackung kosten mehr als vorher.

Zucht wegen Vogelgrippe zum Erliegen gekommen
Schon im Frühjahr hatte der Gänseleberverband vor Produktionsrückgängen gewarnt. Wegen der in verschiedenen Landesteilen ausgebrochenen Vogelgrippe war dort die Zucht der Gänse und Enten, die später für die Stopfleber gemästet werden, zum Erliegen gekommen.

Tiere werden mit grausamer Methode gemästet
Traditionell gehört die Stopfleber in Frankreich zwar bei den meisten Essen zu Weihnachten und dem Jahreswechsel dazu. Für die Delikatesse werden Enten und Gänse allerdings mit einer Methode gemästet, die als grausam in Verruf gerät. Mit einem Metallrohr nämlich wird den Vögeln das Futter direkt in den Hals gepumpt. Dagegen gibt es auch in Frankreich mehr und mehr Protest.

Besorgt hat der Erzeugerverband das Konsumverhalten im Blick. Rund 40 Prozent der Haushalte kaufen demnach aber weiterhin Stopfleber. Im Vorjahr wurden in Frankreich nach Verbandsangaben 11.674 Tonnen Stopfleber erzeugt nach 14.593 Tonnen in 2020 und 16.764 Tonnen im Jahr davor.

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