„Migrationsdruck“

Orban gelobte neues Grenzjäger-Regiment an

Ausland
09.09.2022 13:50
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ungarn hat zum Schutz seiner Grenzen eine neue Einheit gegründet. Ministerpräsident Viktor Orban hat am Freitag in Budapest die ersten 523 Grenzjäger feierlich angelobt. Das Grenzjäger-Regiment soll aber in den nächsten Jahren auf Tausende Mitglieder anwachsen.

Orban erinnerte in seiner Ansprache an den „wachsenden Migrationsdruck“, der „eine zivilisatorische Bedrohung“ darstelle, und die parallel steigende „Gefahr des Terrorismus“. Er unterstrich die Bedeutung des „Grenzjäger“-Regiments für den Schutz der Sicherheit des Landes und zugleich ganz Europas. Der nationalkonservative Regierungschef kritisierte erneut die Sanktionspolitik der EU gegenüber Russland sowie die EU-Behörden in Brüssel, von denen keinerlei Hilfe zu erwarten sei. Orban lobte den „Mut“ der Vereidigten als Grundlage für die Sicherheit des Landes.

Laut Landespolizeipräsidium hatten sich mehr als 1500 Personen beworben. Etwa 500 von ihnen haben bereits mit der vierwöchigen Ausbildung begonnen. Die Regierung hatte die Gründung von „Grenzjäger“-Einheiten im Juli wegen anwachsender illegaler Migration beschlossen. Orban hatte zuvor davon gesprochen, dass 2000 bis 4000 Grenzjäger für den Schutz der ungarischen Grenzen notwendig wären. Die Einheit gilt als Quasi-Nachfolger der früheren selbstständigen ungarischen Grenzschutzbehörde (Hatarörseg), die zum Jahreswechsel 2007/08 aufgelöst und in die Polizei eingegliedert worden war.

In diesem Zusammenhang führte Orban aus, dass sowohl Polizei als auch Armee bisher die Grenzen „gegen die hohen Wellen“ verteidigt hätten. Doch nun würden sie - nicht zuletzt wegen des Ukraine-Kriegs - an anderer Stelle benötigt. Der Regierungschef betonte: „Hinter den Grenzjägern steht das ganze Land, jede ungarische Familie, jedes Kind, jede Stadt und jedes Dorf.“

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