Die Hoffnungen von Ferrari verglühten im heißen Spielberg. Lewis Hamilton und Charles Leclerc waren fassungslos. Sogar die Konkurrenz hatte Mitleid.
„Haben wir eigentlich noch etwas zu verlieren?“, funkte ein geknickter Charles Leclerc gegen Ende des Formel-1-Grand-Prix von Österreich an seinen Renningenieur Bryan Bozzi. Die Antwort: „Jetzt nichts mehr.“ Die erhoffte Fortsetzung des roten Märchens nach Lewis Hamiltons Sieg in Barcelona platzte gestern in Spielberg.
Vom Tempo der „Silberpfeile“ war Ferrari diesmal weit entfernt, auch Red Bulls Max Verstappen und McLarens Oscar Piastri reihten sich diesmal vor Hamilton ein. „Es war ein schwieriges Rennen. Ich hatte wenig bis überhaupt keinen Grip“, zeigte sich der siebenfache Weltmeister über Rang fünf wenig begeistert. Das alte rote Leid ließ dabei wieder grüßen: Die Scuderia verzockte sich mit der Reifenstrategie, holte als einziges Top-Team seine Fahrer dreimal an die Box. Charles Leclerc kam von Startplatz zwei am Ende nur als Achter ins Ziel.
Kein Wundermotor
„Es ist schwer in Worte zu fassen. Aber eigentlich ist es völlig egal, welche Strategie du wählst, wenn die Pace nicht stimmt“, haderte der Monegasse nach dem Rennen bei den Interviews im Fahrerlager. Statt eines Befreiungsschlages gab es einmal mehr eine Niederlage gegen Hamilton und nur vier mickrige Pünktchen. „Lewis hatte einen besseren Start, konnte auch mehr Leistung aus dem Auto herausholen“, sagte Leclerc.
Auch das mitgebrachte Motoren-Upgrade des Rennstalls aus Maranello, bei dem im Vorfeld des Wochenendes noch von rund 16 zusätzlichen PS gemunkelt wurde, half nicht. Was sogar die unmittelbare Konkurrenz verwunderte.
„Schock für mich“
„Ich bin überrascht, aber auf der anderen Seite sind es gute Nachrichten für uns“, gesteht McLaren-Pilot Piastri, der mit seinem vierten Platz Schadensbegrenzung betreiben konnte. Große Euphorie brach bei ihm freilich nicht aus. „Wenn du am Ende des Tages nicht mit der Trophäe nach Hause gehst, wünschst du dir automatisch, dass es besser gelaufen wäre.“ Teamkollege und Vorjahressieger Lando Norris zeigte sich wenig begeistert, möchte das Wochenende nach dem siebenten Platz schnell abhaken: „Mit diesen Temperaturen war es eine große Herausforderung. Wir haben früh wichtige Positionen im Rennen verloren.“ Der amtierende Formel-1-Weltmeister fügte noch hinzu: „Der größte Schock für mich am Sonntag war aber die Pace der Ferrari: Da tun sie mir ehrlich gesagt fast schon ein bisschen leid ...“
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