Das Frühstück am frühen Sonntagmorgen wird Josef Pröll in besonderer Erinnerung bleiben. Der ÖFB-Aufsichtsratsvorsitzende schaute in Oberösterreich mit Freunden Österreichs Fußball-WM-Spiel gegen Algerien, die Hoffnung auf ein nervenschonendes Beisammensein erfüllte sich nicht. Beim hochdramatischen 3:3 in Kansas City habe sich seine Gemütslage innerhalb von drei Minuten „von Fassungslosigkeit in Euphorie“ gewandelt, sagte der Niederösterreicher der APA. Am Dienstag reist er nach Los Angeles.
Österreich stand nach dem 2:3 in der 93. Minute vor dem Aus, schaffte aber durch das Tor von Sasa Kalajdzic in der 96. Minute zum 3:3 noch den Einzug ins Sechzehntelfinale, wo am Donnerstag (21.00 Uhr MESZ) in Los Angeles Europameister Spanien wartet. „Spanien gilt sicher als Favorit, aber in einem Turnier ist vieles möglich. Es geht um ein Spiel. Die Mannschaft ist fähig, diese Herausforderung anzunehmen“, erklärte Pröll. „Ich bin ganz beim Teamchef: jetzt einmal feiern, dann professionell auf das nächste Spiel vorbereiten.“
Pröll sieht positiven Effekt für den gesamten heimischen Fußball
Die Ereignisse in der Partie gegen Algerien lösten bei Pröll eine „positive Fassungslosigkeit“ aus. „So etwas in dieser Form ist mir nicht in Erinnerung. Jetzt weiß ich, dass die Maßeinheit zwischen Fassungslosigkeit und Euphorie exakt drei Minuten beträgt.“ Der Last-Minute-Aufstieg könne viel bewirken. „Die Begeisterung für den Fußball in Österreich steigt. Diese Mannschaft nimmt die Menschen mit, und so etwas wie das Algerien-Match beschleunigt das.“ Der Einzug ins Sechzehntelfinale sei ein „Meilenstein. Der positive Effekt, der schon in der Quali da war, wird dadurch noch einmal einen Schub nach vorne bekommen“, meinte Pröll.
Außerdem sagte der 57-Jährige: „Dieses Spiel unterstreicht eigentlich alles, was der Fußball kann – die Botschaft ist, bis zum Schluss nicht aufzugeben. Die Mannschaft glaubt daran, diesen Rückschluss kann man ziehen.“
Reise nach Los Angeles am Dienstag
Pröll war auch froh darüber, dass durch den extravaganten Spielverlauf alle Spekulationen über etwaige Absprachen vom Tisch gewischt wurden. „Für mich war klar, dass es ein Match mit offenem Visier wird. Dieser Spielverlauf hat klargestellt, dass keinerlei dieser Themen im Raum gestanden sind, die von manchen vermutet wurden“, sagte der ÖFB-Boss, der am Dienstag nach Los Angeles reist.
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