Jubel über Podium

Max Verstappen: Eine Wiedergeburt im Titelkampf!

Formel 1
29.06.2026 06:47
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Ausgerechnet beim Red-Bull-Heimspiel in Spielberg hat Max Verstappen die Renaissance seiner Formel-1-Saison erlebt. Der Niederländer fuhr in der Steiermark mit einem zweiten Platz sein bestes Saisonergebnis ein und war dabei der einzige ernsthafte Widersacher von Mercedes. Grand-Prix-Sieger George Russell erlebte mit seinem zweiten Triumph 2026 ebenfalls eine Wiedergeburt im Titelkampf, der teils übermotivierte WM-Leader Kimi Antonelli musste sich mit Rang drei begnügen.

  Auf dem Podest genoss das Trio, das in einem spannenden Finish innerhalb von zwei Sekunden über die Ziellinie gefahren war, gemeinsam die Sektdusche im rot-weiß-roten Konfettiregen. Nicht nur bei Russell, sondern auch bei Verstappen war die Erleichterung deutlich zu spüren. „Mich freut besonders die Tatsache, dass ich zum ersten Mal das Gefühl hatte, wirklich um den Sieg kämpfen zu können“, sagte der Vierfach-Weltmeister, der es im achten Saisonrennen erst zum zweiten Mal aufs Podium geschafft hatte.

Verstappen erstmals seit Monaten wieder „happy“
Das war auch einem großen Upgrade-Paket zu verdanken. Dieses hatte Red Bull Racing mit ins Murtal gebracht, um den Status als viertstärkste Kraft hinter Mercedes, Ferrari und McLaren wieder abzulegen. Mit Erfolg. „So nahe am Sieg zu sein, ist eine großartige Leistung des Teams“, unterstrich Verstappen nach seinem neunten Podium (fünf Siege) in Spielberg. „Deswegen bin ich sehr glücklich.“ Zuletzt hatte der Niederländer, der 98 Punkte hinter Antonelli weiterhin WM-Siebenter ist, sogar seine Zukunft in der Formel 1 infrage gestellt – die Unzufriedenheit mit den neuen Regeln sowie die Defizite des RB22 schlugen aufs Gemüt des 28-Jährigen.

Max Verstappen
Max Verstappen(Bild: GEPA)

  Nun habe er sich erstmals in diesem Jahr konkurrenzfähig gefühlt, erklärte Verstappen, der so optimistisch wie lange nicht mehr klang. „Wir hatten guten Speed. Aber um um den Titel mitkämpfen zu können, müssen wir in allen Belangen noch stärker sein.“ Im Vorjahr war Verstappens Rückstand in der Gesamtwertung auf das dominierende McLaren-Duo zeitweise ähnlich groß, am Ende fehlten ihm zwei Punkte auf Weltmeister Lando Norris.

Russell wünscht sich „großen Kampf“ um Titel
Auch aus diesem Grund wird der Spielberg-Rekordsieger von den weiter tonangebenden „Silberpfeilen“ nicht unterschätzt. Russell etwa wünscht sich sogar einen „großen Kampf“ um den WM-Titel. In den Nachwuchsserien und beim Go-Kart habe es immer mehrere Titelanwärter gegeben, blickte der Engländer zurück. „So sollte es sein.“

  Beim Großen Preis von Österreich gelang Russell mit dem zweiten Grand-Prix-Sieg heuer seit dem Auftakt in Melbourne der erhoffte Befreiungsschlag. „Es ist unglaublich, wieder am obersten Stockerl zu stehen. Es ist lange her, deswegen werde ich das genießen“, sagte der WM-Zweite, der sich zusätzliches Selbstvertrauen vor dem Heimrennen kommendes Wochenende in Silverstone holte. „Ich war im Rennen schnell, und das auf einer Strecke, die meinem Fahrstil nicht besonders gut entspricht.“

Mercedes-Teamchef Toto Wolff
Mercedes-Teamchef Toto Wolff(Bild: EPA/ANNA SZILAGYI)

  Mercedes-Boss Toto Wolff war nach seinem persönlichen Heimsieg freilich gut gelaunt. Dass Russell nach einer herausfordernden Phase wieder ganz oben stand, stimmte ihn zufrieden. „Er war in einer Spirale des Zerdenkens“, erklärte der Wiener. Russell habe einige Dinge einfach verkompliziert. „Manchmal vergisst man auf den Kern, das Auto einfach zu fahren.“

Antonelli-Ärger über Patzer
Antonelli ärgerte sich unterdessen über eine Startphase mit mehreren Fehlern, die ihn wohl um seine Siegchancen gebracht haben. „Ich war ein bisschen übermotiviert und bin nicht gut gefahren“, analysierte der 19-jährige Mercedes-Shootingstar. Wolff baute seinen Schützling direkt wieder auf. „Wenn man die ersten paar Runden rausnimmt, hatte er die schnellste Rennzeit. Da war er einfach zu sehr im Attacke-Modus“, erklärte der Teamchef. Nachsatz: „Was ich von einem jungen Fahrer wie ihm aber auch sehen will.“

Durch die kleinen Patzer des Teenagers rückten die WM-Anwärter wieder etwas näher zusammen. „Im Moment ist es ein Dreikampf“, sagte Wolff. Antonelli führt 40 Punkte vor Russell, Ferrari-Fahrer Lewis Hamilton liegt nach einem verpatzten Tag mit Platz fünf inklusive fragwürdiger Strategie-Entscheidungen nun 46 Zähler zurück. Aber: „Max kann im WM-Kampf immer eine Rolle spielen“, betonte Wolff auf eine entsprechende Nachfrage. Verstappen könne einfach alles aus dem Auto herausholen. „Deswegen darf man den Verstappen-Faktor in der Weltmeisterschaft nie unterschätzen.“

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