Hupende Autos, schreiende Algerier mit nackten Oberkörpern auf den Ladeflächen von Pick-ups. Völlig ausgelaugte Österreicher, ohne Stimme, fassungslos nach einem der verrücktesten WM-Showdowns.
1:0, 1:1, 2:1, 2:2. Ein Ballgeschiebe im Finish, Pfiffe. Einschläfernd, dann völlig aus dem Nichts das 2:3. In der 93. Minute stand Österreich vor einem der größten Desaster seiner Fußball-Geschichte. Das Match schien zu diesem Zeitpunkt verloren, bis Sasa Kalajdzic mit dem wohl wichtigsten Tor seiner Karriere die Wende erzwang.
Jubel statt Tristesse, ein postwendender Befreiungsschlag nach der Schockstarre. Rot-Weiß-Rot zitterte sich nach Höhen und Tiefen ins Sechzehntelfinale. Eine Nacht des Wahnsinns, es gibt für Österreich auf der WM-Bühne kaum Vergleichbares. Dramatik pur mit einem traumhaften Schlussakt. Dennoch offenbarte das Duell mit den Nordafrikanern einige Schwächen. Zu leichtsinnig wurde zweimal eine Führung verspielt, zu einfach passierten die Gegentore, zu oft musste Fehlpässen nachgelaufen werden. Ein Spiel mit dem Feuer, das fast in die Hose ging.
Egal, was zählt, ist der Einzug unter die letzten 32. Gegen Spanien erlebt Österreich eines der größten Spiele der letzten Jahrzehnte. Nach Weltmeister Argentinien wartet der Europameister – es ist eine gigantische Herausforderung. Aber auch ein Gegner, bei dem die Elf von Ralf Rangnick von einer ganz anderen Position her angreifen kann.
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