Solidarität bekundet

Tausende nach Mordversuch an Kirchner auf Straße

Ausland
03.09.2022 10:25

Einen Tag nach dem Anschlagsversuch auf die argentinische Vizepräsidentin Cristina Kirchner sind Tausende ihrer Anhänger aus Solidarität mit der früheren Staatschefin auf die Straße gegangen. Mitglieder linker Parteien, Gewerkschaften und sozialer Bewegungen kamen am Freitag zu der Kundgebung auf der Plaza de Mayo vor dem Regierungssitz in Buenos Aires zusammen. Zuvor hatte Präsident Alberto Fernández die Vizepräsidentin zu Hause besucht.

„Angesichts des Mordversuchs gegen die wichtigste Politikerin des Landes kann niemand, der die Republik verteidigt, schweigen oder seine ideologischen Differenzen über die einmütige Ablehnung stellen“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung, die die Präsidentin des Schauspielerverbands, Alejandra Darín, verlas. „Seit Jahren wiederholt ein kleiner Zirkel von Politikern und Medien einen Diskurs des Hasses, der Verleumdung, der Stigmatisierung und der Kriminalisierung jedes volksnahen Politikers oder Anhängers des Peronismus.“

Mann richtete Waffe auf Kirchner
Am Vorabend war die ehemalige Staatschefin nach Regierungsangaben nur knapp einem Attentat entgangen. Als Kirchner vor ihrer Wohnung im eleganten Stadtteil Recoleta in Buenos Aires ihre Anhänger begrüßte, richtete ein Mann aus kürzester Entfernung eine Waffe auf sie. Zeugenaussagen zufolge drückte er mindestens einmal ab, löste aber keinen Schuss aus.

Daraufhin wurde er von Kirchners Anhängern niedergerungen und von der Polizei festgenommen. Präsident Alberto Fernández sprach vom schwerwiegendsten politischen Vorfall seit dem Ende der Militärdiktatur (1976-1983) in Argentinien.

Vizepräsidentin Kirchner gilt als eigentliche Strippenzieherin in der argentinischen Regierung. Zahlreiche Minister gehören zu ihrem Lager innerhalb der Koalition. Die 69-Jährige wird von ihren Anhängern fast religiös verehrt, von ihren Gegnern gehasst. In einem Korruptionsverfahren forderte die Staatsanwaltschaft zuletzt zwölf Jahre Haft für Kirchner. Daraufhin besetzten ihre Anhänger die Straße vor ihrer Wohnung und lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei.

 krone.at
krone.at
Loading...
00:00 / 00:00
play_arrow
close
expand_more
Loading...
replay_10
skip_previous
play_arrow
skip_next
forward_10
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
explore
Neue "Stories" entdecken
Beta
Loading
Kommentare

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Kostenlose Spiele