Verwahrloste Tiere

Schildkröte schwamm in Aquarium um ihr Leben

Niederösterreich
08.07.2026 19:00

Zahlreiche Tiere hat eine Niederösterreicherin unter katastrophalen Bedingungen gehalten. Besonders dramatisch war die Situation einer Wasserschildkröte: Ohne trockenen Landbereich musste sie ununterbrochen schwimmen, um nicht zu ertrinken.

Erneut hat ein Fall von Animal Hoarding im Waldviertel die Tierschützer gefordert. Nachdem eine psychisch kranke Frau ins Krankenhaus eingeliefert worden war, mussten verdreckte Aquarien mit Fischen, Fröschen und Molchen sowie stark verschmutzte Käfige mit Farbratten, Rosellasittichen, Nymphensittichen und Wellensittichen geräumt werden. Auch Kaninchen und eine Wasserschildkröte wurden gerettet.

Kein trockener Platz
Besonders dramatisch war die Lage der Schildkröte. Ihr fehlte ein trockener Landbereich, weshalb sie ununterbrochen zwischen den Fischen schwimmen musste, um nicht zu ertrinken. Das Tierheim Krems wurde bei der Rettungsaktion vom Tierheim Vösendorf, dem Schildkröten-Gnadenhof Respekturtle und dem Tierheim St. Pölten unterstützt.

Die geretteten Tiere werden nun artgerecht versorgt und können sich von ihren Strapazen erholen.
Die geretteten Tiere werden nun artgerecht versorgt und können sich von ihren Strapazen erholen.(Bild: zVg)
(Bild: zVg)
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(Bild: zVg)

Appell an Sozialdienste
Dabei hätte der Fall schon deutlich früher gemeldet werden können – die Frau wurde nämlich betreut. „Hoarding-Fälle nehmen seit Jahren zu. Umso wichtiger ist es, dass Sozialdienste bei Verdacht auf Missstände in der Tierhaltung umgehend die Veterinärbehörden verständigen“, appelliert TIKO-Niederösterreich-Präsidentin Andrea Specht. So könne viel Tierleid verhindert und das Horten von Tieren bereits im Anfangsstadium gestoppt werden. In manchen Ländern gebe es dafür bereits eine gesetzliche Meldepflicht.

Dass rasches Einschreiten entscheidend ist, zeigte erst vor wenigen Wochen ein weiterer Fall im Waldviertel. Damals mussten 18 schwer kranke Katzen aus einer verwahrlosten Wohnung gerettet werden. Die unkastrierten Tiere waren jahrelang ohne tierärztliche Versorgung geblieben, weil ihre Besitzerin Behandlungen als Tierquälerei betrachtete. Viele befanden sich bei ihrer Rettung bereits in Lebensgefahr.

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