Beziehungstat möglich
Amokalarm: Schwerverletzte an bayrischer Schule
Eine mutmaßliche Amoktat löste in Schongau in Bayern einen Großeinsatz der Polizei aus. Es gibt mehrere Schwerverletzte, darunter mindestens zwei Mädchen, die Stichverletzungen erlitten haben. Ein verdächtiger 16-Jähriger wurde festgenommen. Ob es sich bei ihm um einen Schüler handelt, ist unklar.
Mehr als 15 Streifen seien zum Welfen-Gymnasium in Schongau südwestlich von München alarmiert worden, sagte eine Polizeisprecherin. Der Alarm soll um 12.50 Uhr eingegangen sein. Nach Angaben der ADAC-Luftrettung sind insgesamt sechs Hubschrauber im Einsatz. Einer der Helikopter wurde zur Versorgung von Verletzten eingesetzt. Obwohl die Opfer schwer verletzt wurden, besteht für sie keine Lebensgefahr. Zum Zustand von möglichen weiteren Verletzten gibt es keine Details.
„Mögliche Beziehungstat“
Im Verlauf des Einsatzes war auch von einer möglichen Beziehungstat als Hintergrund die Rede. „Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte ein Polizeisprecher. Die Hintergründe seien demnach noch völlig unklar. Laut der Polizei bekamen viele Schüler die Tat hautnah mit. Sie werden – wie auch Lehrer und später auch Einsatzkräfte – psychologisch betreut.
Tat auf dem Schulgelände
Die Tat soll sich teilweise auf dem Schulgelände, teils in unmittelbarer Nähe des Gymnasiums, abgespielt haben. Der mutmaßliche Täter wollte zuerst flüchten, wurde aber kurze Zeit später festgenommen, wie die „Bild“-Zeitung berichtete.
Anlaufstelle für Angehörige eingerichtet
Die Beamten riefen die Menschen auf, das Areal zu meiden. Für Angehörige von Schülerinnen und Schülern wurde kurz nach der Tat eine Anlaufstelle am örtlichen Feuerwehrhaus eingerichtet, wie die Polizei auf X teilte.
„Täter war mit Messer und Schusswaffe unterwegs“
Der deutsche Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sagte: „Ich bin entsetzt ob dieses schrecklichen Amoklaufs.“ Er sei jedoch froh, dass es nach derzeitigem Kenntnisstand keine Toten gäbe, wie der Bayerische Rundfunk berichtete. Jeder Raum des Gymnasiums werde gerade sorgfältig durchsucht. Der Politiker widersprach zudem Gerüchten, dass es zwei Täter geben könnte. „Wir gehen von einem Täter aus, der mit einem Messer und auch einer Schusswaffe unterwegs war“, berichtete Herrmann. Zunächst wurde nach dpa-Informationen keine Schusswaffe gefunden, wohl aber Munition.
Täter war in psychiatrischer Behandlung
Wie Herrmann sagte, war der 16-Jährige in der Vergangenheit in psychiatrischer Behandlung. Zudem sagte Herrmann, es gebe Hinweise darauf, dass es sich bei dem Täter um einen ehemaligen Schüler handelt. Als gesichert gilt mittlerweile, dass der Teenager ein Kroate ist, der zuletzt bei seinen Eltern gewohnt hatte.
Gab bereits 2025 eine Amokdrohung am Gymnasium
Am Welfen-Gymnasium gab es offenbar bereits Ende vergangenen Jahres eine Amokdrohung. Mitte Dezember erhielten einige der rund 800 Schüler von einem Mitschüler über ihre Schul-iPads Nachrichten mit pornografischem und gewaltverherrlichendem Inhalt. Nachdem sie einer Lehrkraft davon erzählt hatten, wurden sie mit dem Tod bedroht, außerdem wurde ein Amoklauf angekündigt, wie „Merkur“ berichtete. Der Schulleiter sah nach der Aufarbeitung der Drohung keine Gefahr mehr für die Schülerinnen und Schüler. „Unser Krisenkonzept hat funktioniert“, sagte er.
Stadt unweit von Innsbruck
Schongau ist eine Kleinstadt am Ufer des Lechs im westlichen Oberbayern mit mehr als 12.000 Einwohnern. Die Stadt ist nur knapp zwei Stunden von Innsbruck entfernt.
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