21.07.2022 10:00 |

Beinfreiheit bei Hitze

Dank Pitt: Man(n) trägt jetzt endlich mehr Rock

Es ist heiß! Bei Temperaturen, die an der 40-Grad-Marke kratzen, braucht und kann man an diesem Umstand auch nichts schönreden. Da kommt der Modetrend, den man seit einiger Zeit bei Männern beobachtet (und der bei den Schotten längst gang und gäbe ist), wie gerufen: Man(n) trägt jetzt endlich mehr Rock. Einer breiten Öffentlichkeit schmackhaft machte es Harry Styles, der es damit sogar als erster Mann alleine auf das Cover der „Vogue“ schaffte. „Jedermann“ Lars Eidinger setzte in Salzburg ebenso auf Rock wie der sechsfache Familienvater Brad Pitt zum Berlin-Start seines Films „Bullet Train“. Mut zu modischen Statements macht sich manchmal eben bezahlt.

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Laut Carl Tillessen vom Deutschen Mode-Institut zeichnet sich ein Trend ab. „Es wird nicht nur Röcke, sondern auch Puffärmel, Rüschen, Schluppen, Perlenketten und so weiter bei Männern geben. Realistischerweise werden sich aber vor allem jüngere Männer diese Kleidungselemente aneignen, um traditionelle Geschlechterbilder aufzubrechen“, sagt er.

Immer noch Tabubruch
Dass ein 58-Jähriger wie Pitt den Trend mitmache, werde wohl eher eine Ausnahme bleiben. „Die Aufregung um den Rock von Brad Pitt zeigt, dass dieser Look von weiten Teilen unserer Gesellschaft immer noch als Tabubruch empfunden wird“, sagt Tillessen.

Spiel mit Geschlechterrollen
In die Reihe der prominenten Rockträger reihte sich auch schon der britische Musiker Harry Styles ein. Styles, der mit seinem Modestil polarisiert, posierte bereits in Kleidern und Röcken für das Modemagazin „Vogue“. Auch Männermodel Papis Loveday verzichtet öfter auf die klassische Hose und wählt Rock oder Kleid für Auftritte.

Für modische Sensationen ist der ARD-Krimi „Polizeiruf 110“ eher nicht bekannt. In der vergangenen Folge aus Brandenburg („Hildes Erbe“) überraschte Schauspieler André Kaczmarczyk jedoch als Vincent Ross wohl manchen Zuschauer - geschminkt und mit Schottenrock.

In der Modewelt wird das Spiel mit den Geschlechterrollen nach und nach immer größer: Auf Nagellack für Männer und Boyfriend-Jeans für Frauen scheinen nun Röcke für alle zu folgen.

Gesellschaftlicher Durchbruch
Für Trend-Analyst Tillessen ist das keine oberflächliche Laune der Mode, sondern Ausdruck eines weitreichenden gesellschaftlichen Umbruchs. „Deshalb wird uns dieser Megatrend nicht nur eine Saison, sondern viele Jahre begleiten und beschäftigen.“

Ganz so neu ist der Rock für den Mann aber nicht: David Bowie trug schon in den 1970er-Jahren auf dem Albumcover von „The Man who sold the world“ ein körperbetontes Kleid. Der französische Designer Jean Paul Gaultier brachte den Männerrock in den 80ern auf die Laufstege.

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