Foto-Safari im All

Sonde “Dawn” funkt 1. Nahaufnahmen von Vesta

Wissen
02.08.2011 09:19
Mit Juli hat die amerikanische Raumsonde "Dawn" nach einer 2,7 Milliarden Kilometer langen Reise den Urplaneten Vesta erreicht und ist in eine Umlaufbahn eingeschwenkt (Bericht in der Infobox). Jetzt hat sie die ersten hochauflösenden Bilder des aus der Frühzeit unseres Sonnensystems stammenden, kartoffelförmigen Asteroiden zur Erde gefunkt.

Aufgenommen wurde das Bild mithilfe eines von deutschen Forschern gebauten Kamerasystems an Bord von "Dawn" (Dämmerung), aus einer Entfernung von rund 5.200 Kilometern. Der 200 Millionen Kilometer von der Erde entfernte Gesteinsbrocken mit einem Durchmesser von etwa 530 Kilometern ist schätzungsweise 4,5 bis 4,6 Milliarden Jahre alt und gilt als Quelle für unzählige Trümmerstücke, die als Meteoriten auf der Erde einschlagen. Die Wissenschaft erhofft sich von den Fotos und Daten, die "Dawn" zur Erde schickt, wichtige Aufschlüsse über die Entstehung des Sonnensystems.

Vesta hat zweigeteilte Oberfläche
Die ersten hochauflösenden Bilder vom Asteroiden Vesta zeigen, dass dessen Oberfläche zweigeteilt ist. Die Nordhalbkugel ist von deutlich mehr Kratern übersät als die Südhalbkugel. Die Aufnahmen scheinen zudem die bisherige Annahme zu bestätigen, dass möglicherweise ein gewaltiger Einschlag einst einen riesigen Krater in Vestas Südhalbkugel gerissen hat, wie das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung am Montag mitteilte.

Vesta befindet sich im sogenannten Asteroiden-Gürtel in einer Entfernung von etwa 184 Millionen Kilometern von der Erde. Der Asteroid gilt als verbliebener Protoplanet aus der frühen Phase des Sonnensystems vor etwa 4,5 Milliarden Jahren. Andere Protoplaneten haben sich nach und nach zu Planeten zusammengeballt oder sind durch heftige Zusammenstöße zerbrochen.

Weitere Annäherung am 11. August
Am 11. August soll "Dawn" noch näher an dem Asteroiden heranfliegen - und diesen dann ein Jahr lang begleiten. Danach wird die Sonde Vesta wieder verlassen und sich auf den Weg zum Zwergplaneten Ceres machen, der zwar ebenfalls im Asteroiden-Gürtel zwischen Mars und Jupiter die Sonne umkreist, aber eine andere Zusammensetzung hat. "Dawn" soll unter anderem erkunden, warum die beiden Himmelskörper so unterschiedlich sind.

Fotos: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

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