Negoda, Grafikstudent an der Universität von Minnesota, hatte eines Tages über Google Maps einen Blick auf seine alte Heimatstadt Shakhtinsk werfen wollen und dabei bemerkt, dass diese weitgehend unkartiert war. "Die Stadt war ein leerer Fleck auf der Karte", schildert Negoda. Er habe dann festgestellt, dass die Karten von Kasachstan – immerhin das flächenmäßig neuntgrößte Land der Erde – im Internet allgemein sehr wenig detailliert gewesen seien, erzählt er weiter.
Der 23-Jährige machte sich daraufhin von Minnesota aus an die Arbeit, sein Heimatland auf die "Karte zu bringen". Mittels Googles Karten-Tool "Map Maker" sowie seinen eigenen Erinnerungen und Karten, die er schon als kleines Kind bei Reisen durch das Land angefertigt hatte, begann er, seine Heimatstadt zu "beschriften". "Ich wollte einfach wissen, wo ich hingehe, wenn ich in Kasachstan bin. Und ich wollte dem Land etwas zurückgeben", so Negoda.
Gut 500 Stunden – unbezahlter – Arbeit hat Negoda eigenen Schätzungen binnen zwei Jahren bereits in das Kartographieren Kasachstans investiert. Inzwischen hat der Student einige freiwillige Mitstreiter gefunden, die ihm dabei behilflich sind, Straßen, Parks oder auch Geschäfte über Satellitenbilder aufzuspüren und zu beschriften.
Obwohl sein Hauptaugenmerk nach wie vor Kasachstan gilt, hat Negoda zwischenzeitlich damit begonnen, auch seine neue Heimat in den USA zu kartographieren. So ergänzte er die Google-Maps-Karte des US-Bundestaates Minnesota etwa um Angaben zu besonders kleinen Parks, die bislang gefehlt hatten. Vom Kartographieren wird Negoda die Finger jedenfalls so schnell nicht lassen können. "Du bist niemals fertig", sagte er.
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