Aus so gut wie allen NATO-Staaten werden Waffen an die Ukraine geliefert. Eine gemeinsame Linie ist dabei allerdings nicht zu erkennen. Sollen die Russen nur aufgehalten oder sollen sie zum Rückzug gezwungen werden? Soll es ein Sieg über Russland werden? Ist es noch ein Verteidigungskrieg oder schon ein Stellvertreterkrieg höherer Interessen?
Nur Selenskyj ist alles klar: Es sind zu wenige Waffen, denn der Krieg könne nur „durch einen Sieg am Schlachtfeld“ beendet werden! O. K. So etwas ist für die Kampfmoral notwendig, aber hoffentlich nicht der Weisheit letzter Schluss.
Ich bin der Meinung, es können und sollen nur Waffenlieferungen für einen hinhaltenden Widerstand sein, damit Putin stoppt, weil ihm der Preis zu hoch wird. Alle anderen Überlegungen sind illusorisch und brandgefährlich. Deshalb werden der Führung in Kiew noch schmerzhafte Entscheidungen bevorstehen. Es könnte dann wegen zu hoch angesetzter Erwartungen eine Wutwelle der Enttäuschung über Selenskyj selbst hinwegrollen.
Die Ukrainer haben aus eigener Kraft Heldenmut bewiesen, denn die Welt hatte sie - so wie Putin - noch vor Kriegsbeginn verloren gegeben. Die USA wollten Selenskyj schon ein Evakuierungsteam schicken. Deshalb kann und soll es Nachkriegsszenarien nur im Einverständnis mit Kiew geben. Denn die Geschichte kennt zu viele Diktat-Frieden, die aus diesem Grund böse gescheitert sind.
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