Wir stehen unter Beobachtung. Die Missbrauchsfälle in einem Penzinger Kindergarten müssen sauber aufgeklärt werden. Die Stadt hat eine Kommission eingesetzt. Doch an deren Unabhängigkeit herrschen Zweifel.
Die mutmaßlichen sexuellen Übergriffe eines Pädagogen im Kindergarten und die anschließende Vertuschung durch die MA 10 finden international Beachtung. Neben der Deutschen Presseagentur widmet sich etwa die auflagenstärkste kroatische Boulevardzeitung, „24sata“, ausführlich dem Skandal.
Wir stehen also unter Beobachtung. Umso mehr müssten alle Vorgänge sauber aufgeklärt werden. Genau daran hegen jedoch Eltern und der Penzinger Rechtsanwalt Johannes Bügler Zweifel. Bildungsstadtrat Christoph Wiederkehr (Neos) hat zwar und volle Transparenz versprochen und eine Kommission eingerichtet. Doch deren Mitglieder (Kinder- und Jugend-Anwaltschaft, Kinderschutzzentrum Möwe sowie die Kinder- und Jugendhilfe Wien) stehen im Naheverhältnis zur Gemeinde bzw. erhalten von ihr finanzielle Zuwendungen.
Eine Kommission, die aus Mitgliedern besteht, welche Zahlungen von der Stadt Wien erhalten, ist absolut nicht geeignet, gegen die Stadt zu ermitteln.
Rechtsanwalt Johannes Bügler vertritt mehrer betroffene Familien
„Das geht nicht“, sagt Anwalt Bügler: „Das Gremium muss aus internationalen Experten bestehen.“ Die Staatsanwaltschaft Wien ermittelt aktuell in vier Fällen. Es könnte noch mehr Opfer geben. Eltern sind 13 Monate nach der ersten Anzeige gegen Pädagogen verständigt worden. Nicht durch die MA 10, sondern durch einen auf sexuellen Missbrauch spezialisierten Verein.
Der mutmaßliche Täter wurde versetzt, nicht suspendiert. Er versieht Bürotätigkeiten ohne Kontakt zu den Kleinen. Die Kindergartenleiterin ist erst nach medialem Druck abgezogen worden.
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