25.01.2005 17:21 |

Neuer Verdacht

Vogelgrippe von Mensch zu Mensch übertragbar

Das Vogelgrippe-Virus H5N1 ist wahrscheinlich von Mensch zu Mensch übertragbar. Das schließen Forscher aus der Untersuchung eines Falls, bei dem sich drei verwandte Frauen in Thailand im vergangenen Sommer mit der Vogelgrippe infiziert hatten. Ein an der Infektion gestorbenes elfjähriges Mädchen hat mit hoher Sicherheit Mutter und Tante angesteckt.
Bei der gestorbenen Mutter und der noch lebendenTante waren mittels Erbguttest die Vogelgrippeviren H5N1 nachgewiesenworden. Das Mädchen war nach seinem Tod eingeäschertworden, so dass ein entsprechender Test fehlt. Für die beidenFrauen jedoch kommt nach Ansicht der Forscher kaum ein andererÜbertragungsweg in Frage.
 
Kein neuer Virus
Laboruntersuchungen ergaben, dass es sich nicht umeine neue Virenvariante handelt, die die Fähigkeit zur Übertragungneu erworben hat. Falls sich das Vogelgrippe-Virus jedoch verändernoder mit einem menschlichen Grippevirus vermischen werde, könntesich ein äußerst gefährlicher Virentyp entwickeln.Auch die drei Grippepandemien des vergangenen Jahrhunderts (1918,1957 und 1968) gingen nach Meinung der Forscher wahrscheinlichauf solche Viren zurück.
 
Übertragungen des Virus von Mensch zu Menschwaren nach früheren WHO-Angaben zwar schon beobachtet worden,etwa 1997 in Hongkong und 2004 in Vietnam. "Dabei handelte essich dann aber um nicht dauerhafte, nicht wirksame und in einerSackgasse endende Infektionen", sagte WHO-Grippe-Experte KlausStöhr. Auch die Forscher in Thailand berichten nur von diesendrei betroffenen Menschen.
Samstag, 12. Juni 2021
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