Di, 14. August 2018

DNA stimmt überein

24.05.2011 07:15

Spermaspuren von Strauss-Kahn auf Kleid des Opfers

Auf dem Kleid des mutmaßlichen Opfers von Dominique Strauss-Kahn gefundene Spermaspuren sollen tatsächlich vom früheren Währungsfonds-Chef stammen. Das habe der Abgleich der DNA des Franzosen mit den Spuren auf der Uniform des Zimmermädchens ergeben, wie der New Yorker Sender NBC und das "Wall Street Journal" am Montagabend übereinstimmend berichteten. Beide stützten sich dabei auf Angaben von Ermittlern. Die Anwälte des Franzosen verweigerten einen Kommentar.

Das 32 Jahre alte Zimmermädchen beschuldigt Strauss-Kahn, sie am Samstag vor knapp zwei Wochen angegriffen und zum Oralsex gezwungen zu haben. Das Sperma des 62-Jährigen habe sie ausgespuckt, sagte sie der Polizei. Die Ermittler fanden später Spuren auf dem Teppich der Hotelsuite und an der Uniform der Frau.

Es wird erwartet, dass Strauss-Kahns Anwälte vor Gericht zwar den Sexualverkehr bestätigen, ihn aber als einvernehmlich darstellen werden. Sie durchforsten indes das Vorleben der 32-Jährigen, die erst vor wenigen Jahren aus dem westafrikanischen Guinea in die USA gekommen war. Wenn sie für den Erhalt einer Aufenthaltserlaubnis oder einer Sozialwohnung gelogen hat, könnte das ihre Glaubwürdigkeit erschüttern.

Strauss-Kahn wandte sich an Mitarbeiter
Unterdessen ist ein Schreiben Strauss-Kahns an die Mitarbeiter des Internationalen Währungsfonds an die Öffentlichkeit gelangt. Darin zeigt er sich verbittert und weist die Vorwürfe der versuchten Vergewaltigung scharf zurück. "Ich bestreite in der am stärksten möglichen Form die Anschuldigungen, denen ich mich jetzt gegenübersehe … Ich bin zuversichtlich, dass die Wahrheit ans Licht kommen wird und ich entlastet werde."

Die Mitteilung falle ihm "so schwer wie kaum eine andere" in seinem Leben, schrieb der Franzose und drückte seine "tiefe Trauer und Enttäuschung, Sie unter solchen Umständen verlassen zu müssen", aus. Er trete mit größtem Bedauern zurück. "Ich kann nicht akzeptieren, dass der Fonds - und Ihr, liebe Kollegen - meinen persönlichen Albtraum teilt. Deshalb muss ich gehen." Der 62-Jährige beendet das etwa eine Seite lange Schreiben nach einigen Segenswünschen mit einem schlichten "Dominique".

Inzwischen steht der ehemalige Wirtschafts- und Finanzminister unter Hausarrest, muss eine elektronische Fußfessel tragen und wird wegen Fluchtgefahr rund um die Uhr von bewaffneten Sicherheitsbeamten überwacht. Das kostet im Monat 200.000 Dollar, zu zahlen vom Angeklagten.

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