Mo, 17. Dezember 2018

Der Opfer gedacht

18.05.2011 23:01

Queen setzt bei Irland-Besuch auf Versöhnung

Die britische Königin Elizabeth II. (im Bild mit dem irischen Premier Enda Kenny) hat sich auch am zweiten Tag ihres historischen Besuchs in Irland für Versöhnung und Zusammenarbeit beider Länder eingesetzt. In Dublin erinnerte die 85-Jährige am Mittwoch an einen Teil der irisch-britischen Geschichte, der lange vergessen schien. Sie legte einen Kranz an einer Gedenkstätte für die fast 50.000 irischen Soldaten nieder, die im Ersten Weltkrieg für die Briten gekämpft hatten.

Nach der Kranzniederlegung im Dubliner "Garden of Remembrance", der den Opfern des Unabhängigkeitskampfes gewidmet ist, machte sich die Queen zu einem weiteren historischen Ort auf und zwar dem Croke Park. In diesem Sportstadion schossen im November 1920 britische Soldaten während eines Fußballspiels in die Menge, 14 Menschen wurden dabei getötet. Das als erster "Bloody Sunday", Blutsonntag, bekannt gewordene Massaker sollte ein Racheakt für die Erschießung von 14 britischen Agenten durch irische Nationalisten am Tag zuvor sein.

Lektion im "Guinness"-Zapfen für Queen und Philip
Als Auflockerung des Gedenkprogrammes erhielt Elizabeth II. eine Lektion im Zapfen des irischen "Nationalbieres", des weltbekannten "Guinness". Bei einer Führung durch ein historisches Lagerhaus der Brauerei in Dublin wurde der Queen und ihrem Mann Prinz Philip gezeigt, wie das dunkelbraune Getränk am besten ins Glas läuft. Während die 85 Jahre alte Queen keinerlei Anzeichen zeigte, einen Schluck probieren zu wollen, hielt der 89-jährige Philip etwas länger vor dem vollen Glas inne. Am Ende aber blieb auch er standhaft, denn anschließend fuhr das Königspaar zu Gesprächen mit Premierminister Kenny.

Nunmehr "feste Freunde und gleichberechtigte Partner"
Um den Tag gelungen ausklingen zu lassen, ging es für die britische Monarchin am Abend noch zu einem Staatsbankett im Dubliner Schloss, wo sie ihre erste und einzige Rede auf ihrer Irland-Reise hielt. Bei dieser sprach sie ihr "tiefes Mitgefühl" für alle Opfer des jahrhundertelangen britisch-irischen Konflikts aus.

"Mit dem Gewinn der historischen Einsicht können wir alle Dinge sehen, von den wir wünschten, sie wären anders gemacht worden oder gar nicht passiert", sagte die 85-Jährige im einstigen Sitz der britischen Kolonialmacht. "Es ist traurige und bedauerliche Realität, dass unsere Inseln in der Geschichte mehr als ihren gerechten Anteil an Kummer, Unruhe und Verlust erfahren haben", so die Monarchin. Beide Staaten seien aber nunmehr "feste Freunde und gleichberechtigte Partner".

Erster Besuch eines britischen Monarchen seit 100 Jahren
Der erste Besuch eines britischen Monarchen in Irland seit 100 Jahren wurde auch am zweiten Tag als historischer Moment gefeiert. Irische Zeitungen waren voll des Lobes für den großen Schritt hin zur Aussöhnung zwischen den Ländern, der noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen wäre.

Der britische Premierminister David Cameron nannte die Reise der Queen am Mittwoch "bemerkenswert" und sagte, die Beziehungen zwischen Großbritannien und der Republik Irland seien "nie stärker" gewesen. Die Queen "heile die Wunden der Vergangenheit", schaue aber auch voraus in die "strahlende Zukunft" der beiden Länder.

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